Schuppenflechte ? hilf deiner Haut!

Patient und Mediziner : Gemeinsam Schuppenflechte erfolgreich bekämpfen

Rund zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Schuppenflechte. Obwohl sich diese entzündliche Krankheit der Haut mit modernen Mitteln erfolgreich behandeln lässt, brechen bis zu 40 Prozent der Patienten die Therapie ab.

Hautärztin Wiebke Ludwig-Peitsch weiß, warum Betroffene durchhalten sollten.

„Schon wieder cremen? Meine Haut sieht doch gerade ganz gut aus“: Viele Patienten mit Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis, kommen irgendwann an diesen Punkt. Die Haut hat sich von ihrem letzten Entzündungsschub erholt, die unschönen Plaques - so heißen die Schuppen, die meist an Kopf, Ellenbogen und/oder Knien auftreten - verschwinden langsam. Lediglich leichte Rötungen erinnern an die Qual der vergangenen Wochen.

Was die meisten dabei nicht bedenken: Psoriasis ist nicht heilbar. Das bedeutet, ohne Behandlung kommt der nächste Entzündungsschub bestimmt. Deshalb rät Prof. Dr. Wiebke Ludwig-Peitsch, Chefärztin der Klinik für Dermatologie und Phlebologie im Vivantes Klinikum im Friedrichshain, unbedingt an der Therapie dranzubleiben: „Wir verfügen heute über eine ganze Reihe sehr wirksamer Therapieoptionen, mit denen wir den allermeisten Menschen mit Schuppenflechte gut helfen können.“

 Prof. Dr. Wiebke Ludwig-Peitsch
Prof. Dr. Wiebke Ludwig-Peitsch Foto: Vivantes Klinikum

Allerdings hilft eine Psoriasis-Behandlung nur nachhaltig, wenn man sie konsequent durchhält. Die Belohnung: in den meisten Fällen langfristig symptomfreie Haut.

Diese Therapien gibt es

„Die Therapie der Psoriasis steht auf vier Säulen“, erklärt Ludwig-Peitsch weiter:

  1. Topische Therapie bei leicht ausgeprägter Form: Cremes, Salben, Gels oder Tinkturen
  2. Bei akuten Schüben: Lichttherapie, auch Phototherapie genannt
  3. Traditionelle systemische Therapie: Medikamente in Spritzenform oder als Tabletten, darunter entzündungshemmende Wirkstoffe wie Methotrexat, die auch bei rheumatischen Erkrankungen verschrieben werden
  4. Therapie mit Biologika: Biotechnologisch hergestellte Antikörper schalten gezielt jene Botenstoffe aus, die Schuppenflechte auslösen.

Und was passiert, wenn die Patienten, ihre Therapie abbrechen? „Das führt in vielen Fällen zu einer Verschlechterung der Symptomatik“, weiß Professorin Ludwig-Peitsch. Es ist also wichtig, die Betroffenen von Anfang an gut aufzuklären, aber auch auf ihre Bedenken und Wünsche einzugehen.

Fakt ist: „Je besser die Therapie wirkt, je weniger Nebenwirkungen auftreten und je leichter Patienten mit der Behandlung klarkommen und sie in den Alltag integrieren können, desto besser ist die Therapietreue.“

Sorge vor Nebenwirkungen

„Besonders hoch ist die Abbruchrate bei der topischen Behandlung mit Cremes und Salben“, so Ludwig-Peitsch. Die Gründe: Viele Betroffene empfinden das tägliche Cremen als zeitintensiv oder unangenehm.

Außerdem sorgen sich Psoriasis-Patienten um Nebenwirkungen - speziell bei Medikamenten der systemischen Therapie. „Diese können zum Beispiel den Magen-Darm-Trakt, aber auch andere Organsysteme betreffen“, bestätigt die Medizinerin.

Biologika seien dagegen meist gut verträglich, erklärt sie, mit einer Einschränkung: Die Antikörper machen anfälliger für Infekte. „In der ersten Welle der Corona-Pandemie hatten deshalb viele Patienten Bedenken, ihr Biologikum weiter zu nehmen“, berichtet Ludwig-Peitsch. Sie kann aber Entwarnung geben: „Heute weisen die Daten darauf hin, dass es unter Biologika kein erhöhtes Risiko gibt, an COVID-19 zu erkranken oder einen schwereren Verlauf zu erleiden.“

Egal ob die Sorgen begründet sind oder nicht, die Erfahrung zeigt: Es lohnt sich für Betroffene, mit ihrem Arzt über ihre Bedenken zu sprechen, anstatt die Therapie selbstständig abzubrechen. Gemeinsam können Patient und Mediziner die Schuppenflechte erfolgreich bekämpfen.

(vo)