Kreis Heinsberg: Schüler als Botschafter ins Ausland schicken

Kreis Heinsberg: Schüler als Botschafter ins Ausland schicken

Soziales Engagement gehört zum Selbstverständnis der rotarischen Bewegung. Neben vielen anderen Services bietet der Rotary-Club jungen Menschen die Möglichkeit, für ein Jahr ins Ausland zu gehen — im Rahmen von sicheren, zertifizierten Strukturen, wie der Club betont.

Der Rotary-Club Heinsberg hat bereits Schülerinnen und Schüler aus dem Kreisgebiet in Länder wie die USA, Argentinien, Bolivien, Mexico, Venezuela, Japan, Taiwan, Thailand oder Finnland entsendet, die dort jeweils für ein Jahr — von den dortigen Rotary-Clubs organisiert — in Gastfamilien untergebracht sind, zur Schule gehen, altersadäquat am gesellschaftlichen Leben teilnehmen — kurz: als Familienmitglied in der Gastfamilie alles miterleben, was für gleichaltrige Jugendliche des Gastlandes dazugehört.

Rotary versteht die Schüler, die ins Ausland geschickt werden, als Botschafter für das eigene Land und für die eigene Region. Deshalb wird eine sorgfältige Auswahl getroffen. Wer die umfangreiche Bewerbung (in Englisch) erfolgreich bestehen will, muss gut in der Schule sein, offen, aufgeschlossen, und zuverlässig, vor allem aber die Bereitschaft mitbringen, sich auf neue Erfahrungen einzulassen, sich zu orientieren und anzupassen.

Was den Jugendlichen dann bevorsteht, ist ein ganzes Jahr im Ausland, das Kennenlernen einer anderen Kultur, das Erlernen einer weiteren Sprache, oft lebenslang anhaltende Freundschaften und eine meist sehr vorteilhafte Entwicklung der Persönlichkeit, so erklärt der Rotary-Club Heinsberg.

Die Eltern könnten beruhigt sein: Die Jugendlichen seien sicher untergebracht, der Rotary-Club vor Ort kümmere sich. Die Familien, die die Jugendlichen aufnehmen würden, hätten keine Erwerbsinteressen. Sie hätten meist eigene Kinder mit Rotary im Ausland. Die Kosten seien überschaubar: Lediglich der Flug und einige Verwaltungskosten (Visa, Versicherungen) seien zu tragen. Für Unterkunft und Verpflegung würden keine Kosten anfallen, sogar ein Taschengeld werde den Jugendlichen von den gastgebenden Rotary-Clubs zur Verfügung gestellt. Hinzukommen könnten aber Kosten für Reisen innerhalb des Gastlandes und gegebenenfalls für einen Intensiv-Sprachkurs.

Schüleraustausch — der Name sagt es schon - hat auch eine Gegenseite: Der Rotary-Club Heinsberg schickt nicht nur Jugendliche raus (Outbounds), sondern nimmt in gleicher Anzahl auch Jugendliche auf (Inbounds). Die Familien im Kreis Heinsberg, die ihr Kind mit Rotary ins Ausland schicken, nehmen im Gegenzug ein ausländisches Kind auf. Das Austauschprogramm sieht vor, dass dieses während des einjährigen Aufenthaltes ein- oder zweimal die Gastfamilie wechselt, sodass weitere zwei Gastfamilien vorgeschlagen werden müssten.

Die Jugendlichen gehen zur Schule, erhalten Intensivkurse in Deutsch, nehmen am Familienleben der Gastfamilien teil. Oft werden sie auch zu den Meetings des Rotary-Clubs eingeladen. Einmal im Jahr organisiert und begleitet Rotary eine Deutschlandreise, an der alle Inbounds des Rotary-Distrikts teilnehmen, also etwa 50 bis 70 Jugendliche im gleichen Alter aus unterschiedlichsten Herkunftsländern. Überhaupt haben die Jugendlichen auf Distriktebene auch häufig Kontakt miteinander, da viele Veranstaltungen für alle Inbounds aus dem Distrikt organisiert werden. Der Austausch dauert ein Schuljahr, maximal zwölf Monate, und beginnt im Juli oder ­August.

Die Inbounds und die Outbounds bestätigen laut Rotary-Club Heinsberg immer wieder, dass dies ein wunder bares Jahr in ihrem Leben sei und sie es nicht missen möchten.

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