Schmidt: Schmidt: Könne mer fiere? Jo, mer könne!

Schmidt : Schmidt: Könne mer fiere? Jo, mer könne!

Vergnügt zogen Hunderte Schmidter und Besucher aus den umliegenden Orten am Samstag in die Ortsmitte, um den Karnevalszug zu sehen. Der KG „Schmedter Grieläächer” war es gelungen, einen originellen Umzug auf die Beine zu stellen und dazu noch gutes Wetter zu buchen.

Die Musiker des MV Frohsinn hatten einen Sombrero aufgesetzt, und die Trommler und Pfeifer steckten in Clownskostümen, mit ihrer zünftigen Karnevalsmusik sorgten sie für Stimmung in den Straßen. Gefängniswärter versuchten, ihre jecken Sträflinge in Schach zu halten; blaue und grüne Gestalten mit entsprechenden Perücken verteilten Süßes. „Wir verjagen den Scheich aus der Eifel”, hieß es auf einem Wagen, auf dem Ölscheichs thronten. Aber die sollen nicht mehr lange Freude haben, denn in Schmidt heizt man mit Holz.

Bei der „Zugsuchtberatung” konnte man den Notruf wählen und bekam Teebeutelchen! Schöne Farbtupfer setzten die Schlümpfe, eine muntere Fußgruppe in Blau, Weiß und Rot mit blauen Gesichtern; sie hatten tagelang das Lied der Schlümpfe geübt und mussten dauernd den bärtigen Vater Abraham suchen, der im Volk Schnäpschen verteilte.

Mit lautem „Määh” zog eine Schafherde durch den Ort, lustige kleine und große Schafe, gar nicht brav, machten allerhand Mist in ihren praktischen, kuscheligen Kostümen. „Ballermann Eschauel”, eine Zukunftsvision, war auf einem großen Wagen dargestellt; ein Tourist machte es sich bei Cocktails unter Palmen bequem.

Der „Clan der Mc Davidson”, ein Haufen abenteuerlich aussehender Trapper, zog seine Verpflegung auf einem Holzkarren durch die Straßen; Kostproben von geheimnisvollem Gebräu wurden angeboten.

Die „Obama-Eifelfraktion” mit dem Slogan „Könne mer fiere? Jo, mer könne!” war wunderschön anzusehen: Eine Strohhütte samt Palmen und Papagei war aufgebaut worden, bunt dekorierte Schwarze verschenkten exotische Getränke. Und dann war noch Jamaika vertreten, verrückte Reaggae-Musiker brachten Rum und einen Riesenjoint nach Schmidt. Blutrünstige Vampire um Graf Dracula ließen die Zaungäste schaudern, aber sie waren gut drauf, denn der Nachschub aus der Blutbar floss reichlich.

Schlafmützen wollten geweckt werden, „wenn der Aufschwung kommt”. Ein herrlicher Motivwagen fuhr ein großes Wikingerschiff; wilde Gestalten warfen Kamellen. Burgfräulein und Musketiere waren ebenfalls großzügig, und vom blau-weißen Wagen der KG prasselten Popcorn- und Chipstüten auf die begeisterten Kinder.

Drangvolle, schweißtreibende Enge herrschte nach Auflösung des Zuges im Schützenhof. Das hinderte die Jecken aber nicht, in Jubel auszubrechen, als der 2:1-Sieg des FC Köln bei den Münchener Bayern bekannt wurde, und lauthals und inbrünstig zu schmettern: „Wir würden nie zum FC Bayern München gehen!”