Waldfeucht-Haaren: Rheinländer machen Bayern Konkurrenz

Waldfeucht-Haaren: Rheinländer machen Bayern Konkurrenz

Zum Durchatmen blieb in Haaren keine Zeit, denn die 50. Auflage des Oktoberfestes war kein Fest wie jedes andere: Den Besuchern bot sich an drei Tagen ein zünftiges Spektakel, das im Rheinland seinesgleichen sucht.

Am Freitagabend startete die bayerische Sause mit einem Festabend, bei dem vor allem die Partyhengste der bayerischen Blechblos’n-Band das Zelt zum Kochen brachten. Die sieben Vollblutmusiker standen zum fünften Mal in Haaren auf der Bühne. Und auch diesmal, so betonten sie, kamen sie aus dem Staunen kaum raus. Das lag auch am Publikum, das in feschen und schicken Dirndls beziehungsweise in Lederhosen erschienen war und den Urbayern Konkurrenz zu machen drohte. „Beim ersten Mal in Haaren waren wir überrascht — jetzt fühlen wir uns schon richtig dahoam“, betonte Blechblos’n-Frontmann Manfred.

Bereits am Freitagabend herrschte beim Haarener Oktoberfest allerbeste Stimmung im XXXL-Zelt. Fotos (3): agsb Foto: agsb

Das Festzelt war schon früh rappelvoll und wurde von Minute zu Minute voller. Ein Glück für die Nachzügler, dass das Festkomitee das XXXL- Zelt abermals erweitert hatte. „Doch nun, mit der Erweiterung des Zelts auf 3300 Quadratmeter, stoßen wir an unsere Grenzen“, so Zeltwirt Willi Schellartz.

vbbb

Nachdem das Trommler- und Pfeiferkorps und der Musikverein Haaren ihre großen Auftritte hatten und musizierend durch das Festzelt gezogen waren, war es dann auch für Dr. Gotthard Kirchner, Vorsitzender des Haarener Oktoberfest-Komitees, an der Zeit, zum schönsten Teil des Abends, dem Fassanstich, überzuleiten. Waldfeuchts Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen hatte die Ehre, und er erwies sich als Zapfprofi. Nach zwei gezielten Schlägen auf den Holz-Zapfhahn konnte das Bier in die Gläser strömen. Stolz rief er ins Mikrofon: „O‘zapft is.“

Dann enterten die Blechblos’n die Bühne und beweisen, warum sie derzeit von Oktoberfest zu Oktoberfest reisen. Die sieben Bandmitglieder erwiesen sich als echt bayerische Stimmungskanonen. Nicht nur im Zelt, sondern auch davor starteten viele Besucher durch: Im XXXL-Biergarten war die Stimmung mindestens so gut wie im Festzelt.

Zum Jubiläum hatte sich das Festkomitee einige Besonderheiten für die Besucher einfallen lassen: Ein Riesenrad sorgte für Volksfeststimmung, ein 60 Meter hoher Kran, von dem aus Bungee-Sprünge angeboten wurden, war nicht nur ein Hingucker, sondern bescherte Waghalsigen auch wahre Adrenalinstöße. Die Gourmet-Meile, die nicht nur frische Haxen bot, konnte jeden Hunger stillen.

Nachdem die Besucher bereits am Freitag bis in die frühen Morgenstunden gefeiert hatten, kochte die Stimmung im Zelt auch am Samstag und am Sonntag wieder hoch. Der Andrang schien kein Ende zu nehmen. Dies freute vor allem die Geschäftsleute auf der Kirmes- und Gourmet-Meile. „Das Wetter spielt mit, und wir sind mehr als zufrieden“, freute sich Olaf Regnery vom Festausschuss am Sonntagmittag. Auch Zeltwirt Willi Schellartz war begeistert von dem prächtigen Jubiläumsfest.

Mittendrin am Sonntagmittag waren auch die beiden Gladbacher Fußballprofis Roel Brouwers und Patrick Hermann, die so viele Autogramme schreiben mussten, dass sie kaum zum Feiern kamen.

Der krönende Abschluss des 50. Haarener Oktoberfestes war dann ein grandioses Feuerwerk — und mancher Besucher war sich danach nicht mehr so ganz sicher, ob er sich noch in Haaren oder doch in München befand.

(agsb)
Mehr von Aachener Nachrichten