Neuss/Heinsberg: Raubüberfälle bei „Aktenzeichen XY”

Neuss/Heinsberg: Raubüberfälle bei „Aktenzeichen XY”

Die Neusser Polizei wird eine Serie von 14 Raubüberfällen am Mittwoch in der Fernsehserie „Aktenzeichen XY” vorstellen.

Mit dabei sind auch Überfälle auf Verbraucher- und Baumärkte in Waldfeucht (5. Mai 2009), Gangelt (13. Oktober 2009), Erkelenz (19. März 2010) und Düren (3. Juni 2010).

Bei der ersten Tat war ein Möbeldiscounter an der Hamburger Straße in Dormagen-Horrem das Ziel von Tätern. Im September 2009 erfolgte der Überfall auf einen Einkaufsmarkt an der Bataverstraße in der Neusser Nordstadt. Zielrichtung war in beiden Fällen der jeweilige Tresorraum. Aufgrund technischer Vorkehrungen war den angegriffenen Mitarbeitern der Firmen ein Zugriff auf den Tresor nicht möglich. Ohne Beute flüchteten die Täter.

Durch den Informationsaustausch zwischen den Polizeibehörden gab es schnell Anhaltspunkte auf Zusammenhänge mit ähnlich gelagerten Taten im gesamten Gebiet des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bis zum Juli 2010 kann eine Serie verfolgt werden, in der die Täter ähnlich vorgingen und bei der es auffällige, übereinstimmende Personenbeschreibungen gab.

Übereinstimmend wurden bei allen Taten Mitarbeiter von den Märkten angegangen, die ganz früh oder ganz spät zur Arbeitsstelle kamen bzw. diese verließen. Alle Tatorte liegen in Gewerbegebieten, die vor und nach den Öffnungszeiten wenig frequentiert sind und über einen verkehrsnahen Autobahnanschluss verfügen. In allen Fällen waren zwei Täter aktiv.

Einer wird immer als kleinerer Täter beschrieben, der etwa 1,65 bis 1,75 Meter groß ist, meist dunkel gekleidet und mit kräftiger Figur. Er war immer mit dunklen Sturmhauben maskiert und trug Handschuhe.

Der größere Täter ist ein zwischen 1,80 und 1,94 Meter großer Mann, der ebenfalls meist dunkel gekleidet war. Er hatte eine sportliche bis kräftige Figur und trug verschiedene dunkle Jacken mit Mützen, die einen Fellbesatz hatten. Auch dieser Räuber war meist mit dunklen Sturmhauben maskiert und trug Handschuhe.

Das Duo, das sich in einem vermutlich osteuropäischen Akzent unterhielt, war immer bewaffnet. Neben einer Handfeuerwaffe erkannten die Geschädigten auch eine Maschinenpistole. Außerdem führten die Männer Reizgas mit, von dem sie auch vor der Flucht in einigen Fällen Gebrauch machten

Bei sieben der 14 Raubstraftaten blieb es bei Versuchshandlungen. Bei den vollendeten Delikten erbeuteten die Täter mehr als 100.000 Euro. Für die Ergreifung der Täter oder die Wiederbeschaffung der Beute ist von den verschiedenen betroffenen Geschäften unter Ausschluss des Rechtsweges eine Belohnung von bis zu 17.000 Euro
ausgesetzt.

Aufgrund der geschilderten Übereinstimmungen bei den überregionalen Taten hat das Landeskriminalamt zentrale Ermittlungen angeordnet. Diese Ermittlungen wurden dem Landrat des Rhein-Kreises Neuss als Kreispolizeibehörde übertragen.