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Berlin: Zur Fußball-WM nach Südafrika: Gesundheitsvorsorge kurz vor der Abreise

Berlin : Zur Fußball-WM nach Südafrika: Gesundheitsvorsorge kurz vor der Abreise

In diesem Jahr geht es für viele Reisende auf die südliche Erdhalbkugel nach Südafrika. Ob Urlauber oder Fußballfan - um die Gesundheitsvorsorge sollte sich vor dem Beginn der Reise jeder kümmern, sagt Sebastian Dieckmann, Leiter der reisemedizinischen Ambulanz am Tropeninstitut in Berlin.

Dieses lohne sich selbst kurz vor der Abreise. Der Arzt sollte den Impfstatus des Reisenden überprüfen. Ohne Standardimpfungen wie die gegen Tetanus, Polio und Diphtherie sollte niemand nach Südafrika starten. Ebenfalls unverzichtbar sei eine Hepatitis A-Impfung, denn diese Lebererkrankung werde vor allem durch Lebensmittel übertragen.

„Für einen zehnjährigen Schutz sind zwei Impfungen im Abstand von sechs Monaten notwendig. Allerdings setzt dieser bereits wenige Tage nach der ersten Impfung ein”, sagt Dieckmann. Empfehlenswert sei außerdem - nicht nur für Reisen nach Südafrika - ein Schutz vor Hepatitis B. Auch wenn eine Last-Minute-Impfung wie bei Hepatitis A nicht möglich sei, sollte der Arztbesuch als Gelegenheit für den Beginn der Immunisierung wahrgenommen werden, rät der Reisemediziner.

Die als Kinderkrankheit bekannten Masern treten seit Anfang des Jahres im südlichen Afrika verstärkt auf. Auch Erwachsene können daran erkranken und müssen - eher als Kinder - mit einem schweren Verlauf und Komplikationen rechnen. „Besonders gefährlich ist die Enzephalitis, eine Gehirnentzündung, die bleibende Schäden verursachen kann”, warnt Dieckmann. Weitere Komplikationen seien Lungenentzündungen und Mittelohrentzündungen.

Masern sind eine sehr ansteckende Krankheit und können besonders leicht übertragen werden. „Wer auf einen Infizierten trifft, wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit anstecken.” Der Experte rät denjenigen, die in der Kindheit keine Maserninfektion durchgemacht haben, sich impfen zu lassen. Wer schon einmal geimpft worden sei, sollte dieses wiederholen. Eine zweite Immunisierung gebe mehr Sicherheit vor einer Erkrankung.

In den Wintermonaten, das heißt von Juni bis September, gibt es in Südafrika in den meisten Landesteilen kein hohes Malaria-Risiko. Ausnahmen sind die Wildtierreservate im Osten und Nordosten des Landes, wie der Krüger Nationalpark. Eine Prophylaxe wird nicht zwingend empfohlen, man sollte jedoch ein Notfallmedikament dabei haben, sagt Dieckmann.

Er warnt allerdings davor, sich beim Auftreten malariatypischer Symptome selbst zu behandeln: „Fieber kann auf Malaria hindeuten, muss es aber nicht. Handelt es sich um eine andere Krankheit, könnte beispielsweise die Einnahme von Antibiotika notwendig sein.” Wie beim afrikanischen Zeckenbissfieber, das zwar unangenehm, aber nicht gefährlich sei. Für einen Laien sei es unmöglich, die Symptome richtig zu deuten.

Man sollte deshalb unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eigene Medikamente aus Deutschland mitzunehmen, ist trotzdem ratsam: „In Südafrika sind viele gefälschte Medikamente auf dem Markt.” Im besten Falle seien diese wirkungslos, im schlechtesten Fall lebensgefährlich.