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Schortens: Platt statt jeck: Karnevalsflüchtlinge fliehen nach Norden

Schortens : Platt statt jeck: Karnevalsflüchtlinge fliehen nach Norden

Friesennerz statt Narrenkappe heißt es jetzt wieder für viele Karnevalsflüchtlinge aus den närrischen Hochburgen in Köln, Düsseldorf und Mainz. Die niedersächsische Küste hat sich nach dem Winterschlaf auf die erste kleine Saison des Jahres eingestellt.

Nach Norderney etwa werden Sonderfähren eingesetzt, und auch in Küstenorten wie Neuharlingersiel oder Varel-Dangast (Kreis Friesland) wird deutlich stärker nach Unterkünften gefragt. Auf der Flucht vor dem rheinländischen Ausnahmezustand suchten Gäste vor allem Ruhe und Entspannung, sagte am Mittwoch Katja Benke von der Tourismusgesellschaft Die Nordsee.

Die Belegungszahlen zur fünften Jahreszeit können zwar nicht mit den Gästezahlen in den Ferien mithalten. Doch auch wegen der Nähe und der guten Bahn- und Autoanbindung scheint sich für Benke die niedersächsische Küste als Reiseziel der Karnevalsflüchtlinge etabliert zu haben. So legten Norderney um 16 Prozent und Borkum um 20 Prozent bei den Übernachtungszahlen vom Januar/Februar 2013 im Vergleich zum Vorjahr zu.

Beim Kontrastprogramm zu den tollen Tagen mit Kamelle und Funkenmariechen geht es an der Küste vor allem um Natur, Kultur und Gesundheit. Das Badewerk in Neuharlingersiel informiert über Naturheilkräfte aus dem Meer wie Algen, Meersalz und 400 Jahre alten Schlick, der den Stoffwechsel fördern und die Haut anregen soll. Mehr für Gänsehaut könnten dagegen Kurzkrimis aus Ostfriesland sorgen, bei denen sich alles ums Morden im Norden dreht.

Zusätzliches Prickeln versprechen die Tourismus-Anbieter den Gästen durch das gesunde Küsten-Reizklima, dem eigentlich nur noch die guten Wetteraussichten fehlen. „Es wird kühler, wechselhafter und auch etwas windiger”, sagte Martin Schwienbacher vom Deutschen Wetterdienst in Essen für die nächsten Tage voraus. Fürs Wandern am Strand oder im Watt sollten Karnevalsflüchtlinge neben dem Friesennerz vorsichtshalber auch Gummistiefel im Gepäck haben.

(dpa)