Kassel: Moderne Schatzsuche: Beim Geocaching Regeln beachten

Kassel: Moderne Schatzsuche: Beim Geocaching Regeln beachten

Geocaching findet immer mehr Freunde. Bei der modernen Form der Schatzsuche geht es mit einem GPS-Gerät auf die Jagd nach geheimen Verstecken, den Caches. Deren Daten werden über Internet-Plattformen verbreitet, zum Beispiel über geocaching.com. Allein in Deutschland soll es etwa 130.000 Verstecke geben.

Viele Urlaubsorte haben inzwischen Geocaching im Angebot, mit eigenen Verstecken, die nicht über die Plattformen im Internet verbreitet werden. Besonders Familien sollen damit angesprochen werden.

Es gibt Verstecke in den Städten, aber auch in der Natur. Damit diese nicht unter der wachsenden Zahl von Geocachern leidet, haben der Deutsche Wanderverband und seine Wanderjugend gemeinsam mit einem Hersteller von GPS-Outdoorgeräten Empfehlungen für verantwortungsvolles Geocaching entwickelt.

Wer in der Natur unterwegs ist, sollte mit dieser sensibel umgehen. Das gelte auch für Geocacher, sagt Jörg Bertram, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Wanderjugend: „Wer ein Versteck anlegt, sollte darauf achten, dass er dieses nicht an einer sensiblen Stelle tut.” Manches sollte für ein Cache tabu sein. Dazu gehören beispielsweise Höhlen in Bäumen, Erdwällen oder Felswänden, die häufig von Vertretern geschützter Tierarten wie Specht, Eule, Fledermaus oder Siebenschläfer bewohnt werden.

In ausgewiesenen, mit Schildern gekennzeichneten Naturschutzgebieten sollten Caches nur unmittelbar am oder auf dem Weg platziert werden, betont Bertram. Dazu könnten beispielsweise Zaunpfähle oder Sitzbänke dienen.

Es gibt darüber hinaus Biotope, die grundsätzlich gesetzlich geschützt sind und nicht beschildert werden, wie beispielsweise Gewässerufer, natürliche Schutt- und Geröllhalden, Lehmwände, Auwälder und Feuchtwiesen. „Da ein derart geschütztes Biotop nicht für jeden erkennbar ist, sollten Geocacher sich vorher über das Gebiet informieren”, sagt Bertram. Informationen über die geschützten Gebiete in Deutschland gibt es beispielsweise unter geocaching.de.

Wer auf Schatzsuche geht, sollte dieses mit Bedacht tun. Die Verstecke werden von vielen Geocachern aufgesucht, das kann einige Spuren hinterlassen: „Wenn ein Cache nicht gefunden wird, sollte man sich fragen, ob man an der richtigen Stelle sucht, anstatt jeden Stein umzudrehen oder sich ins Gebüsch zu schlagen.” Gegebenenfalls müsse man die Suche eben abbrechen. Wer einen Cache an einer sensiblen Stelle entdeckt, den ermuntert Bertram, die Rückmeldefunktion auf den Geocaching-Internetplattformen zu nutzen, um darauf aufmerksam zu machen.

Gerne wird auch nachts auf die Suche gegangen, wenn viele Tiere - wie wir Menschen auch - ihre Ruhephase haben. Um sie nicht aufzuschrecken, sollte man unbedingt auf den Wegen bleiben und nicht mit Taschenlampen in den Wald oder in das Unterholz hineinleuchten.

In den kalten Monaten führt jede Störung zum Verlust von Energie, welche die Tiere zum Überleben brauchen. Weitere sensible Zeiten sind Frühjahr und Frühsommer, wenn die Wildtiere ihre Jungen aufziehen. Werden zum Beispiel Vögel aufgescheucht, kann das den Tod der Jungtiere zur Folge haben, weil die Vogelgelege auskühlen.

Doch nicht nur die Tiere sind in Gefahr: Trifft man auf eine Bache mit ihren Frischlingen, kann das für den Geocacher sehr unangenehm werden. Man sollte deshalb besser auf den Wegen bleiben.

Mehr von Aachener Nachrichten