Mit dem Auto in den Urlaub: Tipps zur richtigen Ladungssicherung

Mit dem Auto in den Urlaub : Tipps zur richtigen Ladungssicherung

Das Auto ist das beliebteste Reiseverkehrsmittel der Deutschen. Im vergangenen Jahr nutzten rund 42 Prozent von ihnen das Auto, um in den Urlaub zu fahren. Verwunderlich ist dies nicht, denn eine Reise per Pkw bedeutet maximale Flexibilität und Ungebundenheit. Doch die Vorfreude auf den Urlaub verleitet leider viele Autofahrer dazu, einen wichtigen Aspekt der Reise zu vergessen: die Ladungssicherung.

Ist das Auto nicht richtig beladen, leidet nicht nur der Komfort der Insassen, auch deren Sicherheit ist gefährdet. Dennoch wird das Gepäck oft nur irgendwie in den Kofferraum und auf die Rückbank gestopft, ohne daran zu denken, es vor dem Verrutschen zu sichern. Wie das Gepäck richtig gesichert wird und worauf man beim Beladen achten sollte, haben wir nachfolgend zusammengefasst.

Verletzungsgefahr durch zu viel Gepäck

Wird das Auto bis auf den letzten Zentimeter mit Taschen und Koffern vollgestopft, drohen bei einer Polizeikontrolle nicht nur Bußgelder, auch die Sicherheit der Insassen ist nicht mehr gewährleistet. Ungesicherte Gegenstände können sich bei einer Vollbremsung in gefährliche Geschosse verwandeln. Bereits ein Smartphone mit einem Gewicht von 300 Gramm entwickelt bei einer Vollbremsung bei 50 Kilometern pro Stunde die Aufschlagskraft eines 15 Kilogramm schweren Objekts. Noch gefährlicher sind vollgepackte Koffer auf dem Rücksitz oder unter der Heckscheibe: Sie wiegen etwa 40 Kilogramm - fliegen sie nach vorne, wirken sie beim Aufprall wie ein 2000 Kilogramm schweres Objekt.

Ein zu schwer beladenes Auto kann auch die Funktionsfähigkeit des ESP-Sicherheitssystems beeinträchtigen. Das sogenannte elektronische Stabilitätsprogramm verliert bei höherem Gewicht an Effektivität, der Bremsweg verlängert sich und bei abrupten Ausweichmanövern schlingert das Fahrzeug deutlich. Kurzum: Wird das Auto überladen, ist das Unfallrisiko wesentlich erhöht.

So belädt man das Auto richtig

Beim Beladen selbst sollte man strategisch vorgehen und die schwersten Gegenstände wie Koffer möglichst nach unten legen; nach oben hin werden die Gegenstände immer leichter. Doch Vorsicht: Man sollte niemals höher packen, als das Gepäcknetz oder Laderaumgitter ist, damit die Gegenstände bei einer Vollbremsung nicht nach vorne fliegen. Paragraf 22 der Straßenverkehrsordnung verpflichtet dazu, das Gepäck so zu sichern, dass selbst bei einer Vollbremsung nichts verrutscht. Verursacht eine verrutschende Ladung Schäden am Fahrzeug oder werden Insassen dadurch verletzt, ist die Kaskoversicherung nicht zur Zahlung verpflichtet. Daher ist es nicht nur aus diesem Grund ratsam, die Ladung zusätzlich mit Spanngurten oder schweren Decken zu sichern; beide lassen sich an den Zurrösen des Kofferraumbodens befestigen.

Sichere Alternativen

Wer bereits aus Erfahrung weiß, dass das Gepäck nur mit Mühe und Not ins Auto passen wird, sollte sich nach Alternativen umsehen. So ist es beispielsweise möglich, große Gepäckstücke in einer Dachbox unterzubringen. Sperrige Gegenstä nde wie Skier oder ein Kinderwagen lassen sich am besten in einem Anhänger transportieren. Die dafür erforderliche Anhängerkupplung lässt sich leicht nachrüsten, sofern am Pkw noch keine vorhanden ist. Bei einem spezialisierten Anbieter findet man für jedes Fahrzeugmodell die passende Anhängerkupplung.

Passt das Gepäck nicht vollständig ins Auto oder in den Anhänger, darf die Ladung bis zu drei Meter über das Heck hinausragen, sofern sie durch eine rote Fahne gekennzeichnet ist. In diesem Fall darf die Fahrstrecke allerdings nicht länger als 100 Kilometer sein.

Ist das Gepäck richtig gesichert, kann es unbeschwert in den Urlaub gehen.

(vo)
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