Kölner Roncalliplatz: Kultplatz mit Geschichte

Kölner Roncalliplatz : Kultplatz mit Geschichte

Eine Piazza di Spagna ist der Kölner Roncalliplatz nicht. Auch mit dem Markusplatz hat der 5.875 m² große Stadtplatz am Kölner Dom kaum etwas gemein. Trotzdem versammeln sich Tag für Tag etliche Menschen um die zentral errichtete Himmelssäule. Ein Kult-Ort ist das Plätzchen auf der Kölner Domplatte deshalb allemal.

Hier trifft man sich zum Ausgehen im Altstadtviertel, zu abendlichen Rheinspaziergängen, Einkaufsbummeln und Museumstouren. Manch einer hält sich ganze Stunden hier auf. Touristen bewundern von hieraus die drittgrößte Kathedrale der Welt, deren Südportal zu dieser Seite hin weit geöffnet ist. Die jahrhundertealte Geschichte der faszinierenden Domanlage kennt so gut wie jeder, aber das Pflaster, auf dem Platzbesucher stehen, hat seine eigene.

In der Franzosenzeit noch Place Charlemagne

Wer die Bebauungsgeschichte der Kölner Stadt nach dem Roncalliplatz durchsucht, findet fast ausschließlich jüngere Erwähnungen. Trotzdem existiert der Stadtplatz bereits seit Jahrhunderten: Nur den Namen hat er so regelmäßig gewechselt wie ein Geheimagent.

In der Franzosenzeit war noch vom Place Charlemagne die Rede. Lange blieb es dabei nicht: 1815 erwähnte man das Areal unter der Bezeichnung Kaiser-Karls-Platz in damals veröffentlichten Stadtplänen. Die Nähe zum Dom kam erst nach der Umbenennung in Domhof zum Tragen: heutzutage der Name eines In-Clubs in den Gewölben der Hohenzollernbrücke.

Die finale Namensgebung erfolgte erst in den 70er Jahren, als die Domumgebung umgebaut wurde. Als Namensgeber diente damals kein Geringerer als der Papst. Dass der bürgerliche Name von Papst Johannes XXIII. Guiseppe Roncalli lautete, ist nicht jedermann bekannt. Er vermachte dem Kölner Dom einen kostbaren Ring und ging dafür wohlverdient in den Platznamen ein.

Hier spielt die Musik

Sein ehemals grünes Gesicht hat der Kölner Kultplatz verloren. Auch an Größe hat das nur mehr 409 Meter lange Areal in Folge der Umbauten eingebüßt. Trotzdem verbindet der Roncalliplatz das Domkloster noch immer mit der nördlichen Altstadtstraße Am Hof: einer Mittelalterstraße, die mit dem Heinzelmännchen-Brunnen eines der bekanntesten Stadtdenkmäler beheimatet.

Mitten auf der Papstterrasse des Roncalliplatzes steht eine vielleicht noch schönere Brunnenanlage: der neugotische Petrusbrunnen, der ein Geschenk der preußischen Königin Augusta war. Vor der beeindruckenden Domkulisse könnte man die wasserspeienden Löwen fast übersehen.

Mittlerweile finden direkt vor dem plätschernden Brunnen regelmäßig große Veranstaltungen statt. Der berühmte Weihnachtsmarkt zu Füßen des Kölner Doms ist darunter vielleicht die bekannteste, aber auch Musikgeschichte wurde bereits auf dem Stadtplatz geschrieben.

Allein in diesem Jahr waren Weltstars wie Patti Smith und Joan Baez vor Ort, um Hunderte von Menschen auf den Platz zu locken. Für alle, die einen Urlaub in der Domstadt planen, ist daher eine Unterkunft, in der sie in fußläufiger Entfernung zum Roncalliplatz übernachten, besonders attraktiv. Hier bietet sich zum Beispiel das luxuriöse Steigenberger Hotel Köln an.

Herzstück der historischen Mitte

Am Roncalliplatz liegt das Kölner Herz und deshalb liegt der kultige Ort wahrscheinlich jedem Kölner am Herzen. Als Eingang der Domplatte zur Innenstadt befindet sich das Areal nicht nur unweit von Sehenswürdigkeiten wie der Zellanlage des ehemaligen Gestapohauptquartiers, sondern beheimatet selbst Museumsattraktionen.

Das 1974 fertiggestellte Römisch-Germanische Museum ist eins der kleinen Extras, die den Roncalliplatz zu etwas Besonderem machen. Schnell wird jedem Besucher klar: Die historische Mitte der Rheinstadt liegt direkt hier. Auf dem zweifarbig gemusterten Pflaster zwischen Dom und Innenstadt, wo man an Sonnentagen das Leben spürt und das Wasser aus den Mäulern der Löwen plätschern hört.

(rd)
Mehr von Aachener Nachrichten