Entspannt reisen: Was es bei der Einreise nach Kuba zu beachten gibt

Entspannt in die Ferne reisen : Was es bei der Einreise nach Kuba zu beachten gibt

Traumhafte Strände, pulsierendes Nachtleben und eine gastfreundliche Kultur: Vieles spricht dafür, den Urlaub auf der karibischen Insel Kuba zu verbringen. Etliche Last-Minute und Pauschalangebote machen das exotische Urlaubsland für viele Reisegruppen erschwinglich.

Während die meisten Urlaubsreifen ihren Aufenthalt planen, geraten die Reisevorbereitungen in Vergessenheit. Doch ein genauer Überblick ist hilfreich, um die An- und Einreise ins Land entspannt zu meistern.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger

Gemäß den vom Auswärtigen Amt bereitgestellten Informationen sind deutsche Staatsangehörige bei der Einreise verpflichtet, relevante Dokumente mitzuführen. Ein normaler Personalausweis reicht bei der Einreise nach Kuba nicht aus. Stattdessen benötigen Touristen einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass oder Kinderreisepass. Es ist alternativ möglich, einen vorläufigen Reisepass am Flughafen vorzulegen.

Ein umfangreiches Visum wird bei der Einreise nach Kuba nicht benötigt, sofern der Aufenthalt weniger als 30 Tage andauert. Dennoch verlangt die kubanische Gesetzgebung, dass sich die Reisenden eine sogenannte Touristenkarte ausstellen lassen. Interessierte Urlauber erhalten diese Touristenkarte Kuba gegen eine Gebühr von 22 Euro bei der in Deutschland zuständigen kubanischen Auslandsvertretung. Neben den kubanischen Botschaften bieten einige Reiseveranstalter die Touristenkarte zusammenhängend mit ihren Dienstleistungen an. Die Antragsstellung in der kubanischen Botschaft kann persönlich oder auf dem Postweg erfolgen. Alternativ steht es den Interessenten frei, die Touristenkarte online, im Reisebüro oder direkt am Flughafen zu erwerben. Abhängig vom jeweiligen Anbieter sind mit Kosten zwischen 25 und 35 Euro zu rechnen. Bei einreisenden Pauschalurlaubern übernimmt oftmals der Reiseveranstalter alle Formalitäten. Ein Nachweis der Pauschalreise sollte in Form eines Stempels auf der Rückseite der Touristenkarte ersichtlich sein.

Folgende Dokumente sind bei der Antragsstellung der Touristenkarte einzureichen:

  • Gebühr als Barzahlung
  • Antragsformular
  • aktuelles Passbild
  • Name und Adresse
  • Reisepass-Nummer
  • Startflughafen
  • gebuchte Flugtickets
  • Nachweis zur Auslandskrankenversicherung

Anders als andere Visa besitzt die Touristenkarte Kuba kein allgemeines Ablaufdatum. Vielmehr berechtigt sie zur einmaligen Einreise und wird erst bei der Ankunft in Kuba aktiviert. Während des Aufenthalts ist es möglich, die Gültigkeitsdauer der Karte um weitere 30 Tage zu verlängern. Zu beachten ist hierbei, dass die Behörden die Touristenkarte frühestens eine Woche vor der ursprünglich geplanten Abreise verlängern. Im Zuge der Verlängerung ist die aktuelle legale Unterkunft nachzuweisen. Ein umständliches Schreiben ist nicht erforderlich; vielmehr reicht ein formloses Schreiben des Hotels aus. An einigen Feiertagen bleibt das kubanische Amt für Immigration allerdings geschlossen: Zwischen dem 25. und 27. Juli anlässlich der Tage der nationalen Rebellion. Zum Jahreswechsel zwischen dem 31. Dezember und 02. Januar bietet das Immigrations-Amt ebenfalls keine Verlängerungen an.

Folgende Bedingungen machen ein kubanisches Visum erforderlich

Unter bestimmten Umständen ist eine Einreise mit der Touristenkarte nicht möglich. Ein Visum ist für alle Geschäftsreisenden obligatorisch. Ebenfalls benötigen alle sich länger als 30 Tage im Land aufhaltenden Touristen ein Visum. Dieses spezielle Reisedokument ist bei der kubanischen Botschaft zu beantragen. Oftmals vergehen mehrere Wochen, ehe die zuständigen Behörden das bewilligte Visum ausstellen, deshalb ist frühzeitige Antragstellung wichtig. Grundsätzlich behalten sich einige Fluggesellschaften die Kontrolle der erforderlichen Reisedokumente am Startflughafen vor. Bei fehlenden Dokumenten sind die Mitarbeiter berechtigt, die Ein- oder Weiterreise zu verweigern. Sofern die Touristenkarte auf dem Reiseweg abhandenkommt, ist vor Ort eine neue Karte für umgerechnet 70 Euro zu erwerben.

1994 bot Kuba den Peso convertible erstmals als Alternative zum 1993 als Zahlungsmittel akzeptierten US-Dollar an. Vom Wert her entspricht ein US-Dollar einem CUC. Foto: Pixabay.com @feario com

Weiterhin erhalten Geschäftsreisende, Journalisten oder Austauschstudenten besondere Einreisedokumente. Die genannten Berufsgruppen bekommen im kubanischen Konsulat spezielle Visa. Eine vereinfachte Einreise ist Personen, die einen kubanischen Lebenspartner oder ein Kind mit kubanischer Staatsbürgerschaft haben, vorbehalten. Sie erhalten im kubanischen Konsulat auf Antrag ein Familienvisum.

Sonderfall Einreise aus/über die USA

Gemäß der gültigen US-Gesetzen ist es sowohl US-Bürgern als auch Touristen untersagt, aus den Vereinigten Staaten nach Kuba einzureisen. Diese Regelungen betreffen fast alle Reisegruppen. Geschäftsreisenden ist die Einreise auf die karibische Insel ebenso verboten wie Hochzeitsreisenden in den Flitterwochen. Eine Einreise ist nur unter strengen Auflagen möglich. So müssen Reisende kulturellen, wissenschaftlichen oder religiösen Aktivitäten im Land nachgehen wollen. Sie verpflichten sich bei der Einreise alle in Kuba unternommenen Aktivitäten protokollarisch festzuhalten. Die US-Behörden behalten es sich vor, die Belege bis zu fünf Jahre nach der Abreise stichprobenartig anzufordern. Wer gegen die Auflagen der Behörden verstößt, hat ein Strafmaß von bis zu 65.000 US-Dollar zu erwarten. Im Zweifelsfall gilt es, einen Direktflug von den USA nach Kuba zu umgehen.

Gültige Zollbestimmungen Kubas beachten

Einreisenden Touristen ist es gestattet, für den Eigenbedarf bestimmte Waren in begrenzter Menge mit sich zu führen. Dazu gehören unterschiedliche Lebens- und Konsummittel.

Lebensmittel: Haltbare Lebensmittel wie Brot, Nudeln oder Süßigkeiten dürfen Reisende zollfrei ins Land bringen. Hingegen gilt in Kuba ein Einfuhr-Verbot von frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse sowie Fleisch-und Milchprodukte.

Tabak und Alkohol: Die Einfuhr von Genussmitteln ist einreisenden Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, in begrenzter Menge erlaubt. Die Freimengen belaufen sich hierbei auf maximal 400 Zigaretten/ 50 Zigarren sowie 2,5 Liter alkoholische Getränke.

Geld: In Fremdwährungen mitgeführtes Bargeld ist bis zu einer Höhe von 5000 US-Dollar anmeldefrei mitführbar. Der Umtausch in die lokale Währung erfolgt vor Ort. Urlauber dürfen keinerlei kubanische Pesos auf der Hinreise mitbringen. Das übliche Zahlungsmittel für Touristen ist gemeinhin nicht der kubanische Peso, sondern der "Peso Cubano Convertible". Es handelt sich hierbei um eine zweite, für den innenländischen touristischen Zahlungsverkehr bestimmte Währung. Beim Wechsel der Geldscheine lohnt sich ein genauer Blick auf das Wechselgeld. Oftmals erhalten die Reisenden fälschlicherweise kubanische Pesos anstelle der CUC. Gerüchten zufolge planen die staatlichen Behörden, die beiden Währungen zukünftig zu einer zusammenzuführen. Es ist unklar, zu welchem Zeitpunkt dies erfolgt und welches der beiden Zahlungsmittel bestehen bleibt.

Medikamente: Für verschreibungspflichtige Medikamente gilt eine Freimenge von maximal zehn Kilogramm. Lediglich die Tabletten, die unter den persönlichen Bedarf fallen, unterliegen der Zollfreiheit. Für andere Arzneimittel entstehen den Reisenden hohe Zusatzkosten. Diese berechnet der Zoll teilweise mit 100 bis 200 Prozent des Warenwertes. Selbstverständlich fallen illegale Drogen- und Betäubungsmittel nicht unter die legalen Medikamente. Das Land ahndet sowohl den Besitz, als auch die Einfuhr solcher Stoffe mit harten Strafen. Schon kleinste Mengen reichen bei nicht-kubanischen Staatsbürgern für den Tatbestand des Drogenschmuggels aus. Bei einer Verurteilung drohen dem Schuldigen zwischen vier und 30 Jahren Gefängnis. Schwerwiegende Fälle können sogar die Todesstrafe nach sich ziehen.

Medizinische Empfehlungen für die Einreise nach Kuba

Offiziell verlangen die kubanischen Behörden bei der Einreise lediglich einen Impfnachweis für Gelbfieber. Ferner empfiehlt das Robert-Koch-Institut auf Grundlage der Bestimmungen der WHO, alle Standardimpfungen aufzufrischen. Darunter fallen die Impfungen gegen Diphtherie, Keuschhusten, Masern, Mumps, Pneumokokken und Tetanus. Als vorsorgliche Impfungen raten die Experten den Schutz gegen Hepatitis A und B, Cholera, Tollwut und Typhus an. Kuba gilt als Übertragungsgebiet der von Mücken übertragenen Zika-Viren und dem Dengue-Fieber. Beiden Krankheiten beugen Reisende durch einen effektiven Mückenschutz vor.

Um das Infektionsrisiko zu minimieren, wird das Tragen von langer, körperbedeckender Kleidung empfohlen. Darüber hinaus sind auf alle nicht bedeckten Körperstellen Insektenschutzmittel aufzutragen. Insgesamt betrachtet ist die medizinische Versorgung auf Kuba nicht mit deutschen Standards gleichzusetzen. Besonders in ländlichen Gebieten ist eine flächendeckende ärztliche Versorgung nicht gewährleistet. Für eventuell auftretende Notfälle sollte nach Möglichkeit ein Krankenhaus in den größeren Städten aufgesucht werden. Solche Hospitäler verfügen oftmals über eine Auslandsabteilung, welche internationale Touristen und Geschäftsreisende medizinisch versorgt.

(vo)
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