Berlin: Zu spätes Geständnis kann fristlose Kündigung rechtfertigen

Berlin: Zu spätes Geständnis kann fristlose Kündigung rechtfertigen

Arbeitnehmer, die einen Pflichtverstoß zunächst abstreiten und erst nach Vorlage eines Beweises zugeben, verschlechtern ihre Chancen im Kündigungsschutzprozess.

Denn bei der gerichtlichen Überprüfung einer fristlosen Kündigung könne auch das Verhalten des gekündigten Beschäftigten „nach der Tat” eine Rolle spielen, worauf der Kölner Fachverlag Dr. Otto Schmidt hinweist.

So erklärte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg jüngst die fristlose Kündigung eines Lkw-Fahrers für rechtmäßig, der wiederholt längere Pausen eingelegt hatte, ohne diese auf Arbeitszeitbögen zu erfassen (Urteil vom 1. Dezember 2011, AZ: 2 Sa 2015/11 u.a.). Dies allein sei ein schwerer Vertrauensmissbrauch, der Grund für eine außerordentliche Kündigung sein könne.

Hinzu komme, dass der Kläger die Pflichtverletzung zunächst geleugnet und erst konfrontiert mit einer Zeugenaussage eingeräumt habe. Nach der langjährigen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts könne ein solches Verhalten des Arbeitnehmers nach Begehung einer Pflichtwidrigkeit, aber vor Ausspruch der Kündigung („Nach-Tat-Verhalten”) in die Interessenabwägung einbezogen werden, befanden die Richter.