Schleswig: Was muss die private Krankenversicherung wirklich zahlen?

Schleswig: Was muss die private Krankenversicherung wirklich zahlen?

Eine private Krankenversicherung muss ihren Versicherten nicht die Kosten erstatten, die durch die Verabreichung ärztlich verordneter Medikamente entstehen.

Das entschied das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht.

In dem Fall ging es um eine 90-Jährige, der von den Ärzten zahlreiche Medikamente verschrieben worden waren. Bei der Einnahme der Medikamente ließ sie sich vom Pflegedienst ihrer Wohneinrichtung helfen, die Kosten in Höhe von 800 Euro monatlich sollte die Krankenversicherung zahlen. Die weigerte sich und bekam vor Gericht recht. Denn die Versicherung muss zwar die Kosten für die medizinisch notwendigen Arzneimittel tragen, die Kosten für die Einnahme sind von dieser Pflicht aber nicht eingeschlossen.

Denn die Medikamente werden in aller Regel vom Patienten selbst nach Maßgabe der Verschreibung eingenommen. Der Frau half es auch nichts, dass die gesetzlichen Kassen solche Kosten sehr wohl tragen. Denn wer sich privat versichert, kann nach Ansicht der Richter nicht erwarten, dass er gleichzeitig die Vorteile des gesetzlichen Systems nutzen kann.