Karlsruhe: Vorsicht bei Freundschaftsdiensten

Karlsruhe: Vorsicht bei Freundschaftsdiensten

Wer einem Freund unentgeltlich bei dessen Bauvorhaben hilft, kann im Ernstfall nicht auf den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung hoffen.

Das geht aus einer Entscheidung des Sozialgerichts Karlsruhe hervor. In dem Fall hatte ein Mann beim Aufbau eines Carports geholfen, sich dabei jedoch schwer am Bein verletzt. Die zuständige Berufsgenossenschaft sah aber keine arbeitnehmerähnliche Beschäftigung und lehnte deshalb Versicherungsschutz ab.

Das Gericht schloss sich dem an, weil es sich nach seiner Meinung um einen klassischen Freundschaftsdienst gehandelt habe. Denn der verletzte Helfer hatte seine Hilfe vor allem deshalb angeboten, weil der Freund ihm wegen seiner Lese-Rechtschreib-Schwäche bei vielen Alltagsdingen geholfen hatte.

Liegt aber ein Fall vor, der umgangssprachlich mit dem Begriff „eine Hand wäscht die andere” umschrieben wird, könne die Unfallversicherung keinen Schutz bieten, selbst wenn die Hilfe - wie in diesem Fall - über mehrere Arbeitstage angelegt war.

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