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Karlsruhe: Versicherungsschutz für Brandschäden trotz Spiel mit dem Feuer

Karlsruhe : Versicherungsschutz für Brandschäden trotz Spiel mit dem Feuer

Ein 12-jähriges Kind verliert beim Spiel mit dem Feuer nicht zwangsläufig seinen Versicherungsschutz. Das berichtet die „Monatsschrift für Deutsches Recht“ (Heft 11/2014) unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe.

Vielmehr wird die Versicherung nach dem Richterspruch nur dann leistungsfrei, wenn sie nachweisen kann, dass das Kind den eingetretenen Schaden vorsätzlich verursacht oder billigend in Kauf genommen hat (Az.: 9 U 27/13).

Das Gericht verpflichtet mit seinem Spruch eine private Haftpflichtversicherung zur Übernahme des Schadens an zwei Gartenhütten. Ein zwölfjähriger Junge hatte mit Feuer gespielt, indem er Pappbecher und Pullover anzündete. Er verlor jedoch die Kontrolle über das Feuer, so dass schließlich die Hütten abbrannten. Die Haftpflichtversicherung der Eltern lehnte eine Schadensregulierung ab, weil der Junge den Brand vorsätzlich verursacht habe.

Das OLG sah die Sache anders. Der Junge habe zwar vorsätzlich Pappbecher und Pullover angezündet, die Versicherung jedoch nicht beweisen können, dass er auch die Gartenhütten habe abbrennen wollen oder zumindest damit gerechnet habe. Daher habe er den eingetretenen Schaden nicht vorsätzlich verursacht. Vielmehr habe für den Jungen das Spiel mit dem Feuer im Vordergrund gestanden.

(dpa)