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Karlsruhe: Vater, Mutter, Kind? Wenn die Elternschaft auf dem Prüfstand steht

Karlsruhe : Vater, Mutter, Kind? Wenn die Elternschaft auf dem Prüfstand steht

Uneheliche Kinder und sogenannte Kuckuckskinder gab es zu allen Zeiten. Aber erst die Genforschung hat es einfach gemacht, dem Verdacht einer fremden Vaterschaft nachzugehen. Dafür reicht schon ein Haar oder ein gebrauchter Schnuller.

Um Missbrauch zu verhindern, hat das Bundesverfassungsgericht heimlichen Vaterschaftstests 2007 einen Riegel vorgeschoben.

Der Gesetzgeber sollte aber eine sinnvolle Alternative schaffen. Seither gibt es zwei Möglichkeiten, gerichtlich die Verhältnisse zu klären:

VATERSCHAFTSKLAGE: Ein Mann, der Zweifel hat, ob sein Kind wirklich von ihm stammt, kann die Vaterschaft anfechten. Dieser Weg steht auch Mutter und Kind offen, genauso einem außenstehenden Mann, der sich für den wahren Vater hält. Umgekehrt gibt es die Möglichkeit, bei Unklarheit eine Vaterschaft per DNA-Test feststellen zu lassen. Es muss aber immer belastbare Anhaltspunkte dafür geben, dass der Verdacht begründet ist. Das Testergebnis hat rechtliche Folgen und wirkt sich unmittelbar auf Sorgerecht oder Unterhaltsansprüche aus.

ABSTAMMUNGSKLÄRUNG: Deshalb ist seit 2008 in bestimmten Fällen auch der Weg eröffnet, die Abstammung ohne rechtliche Konsequenzen überprüfen zu lassen. Einen Anspruch darauf haben aber nur das Kind, seine Mutter und der Mann, der rechtlich als Vater gilt. Sie können die jeweils Anderen notfalls zum Gentest zwingen. Besteht tatsächlich keine biologische Verwandtschaft, kann im zweiten Schritt die Vaterschaft angefochten werden. Das muss aber nicht passieren.

(dpa)