Aachen/Münster: Urteil: Hunde dürfen auf Waldwegen ohne Leine laufen

Aachen/Münster: Urteil: Hunde dürfen auf Waldwegen ohne Leine laufen

Weil es einer Hundebesitzerin missfiel, ihren Liebling im Hildener Stadtwald anzuleinen, hat sie gegen das von der Stadt verordnete Anlein-Gebot geklagt. Argument: darüber hat auf Waldwegen nicht die Stadt zu entscheiden.

Vor dem Oberverwaltungsgericht Münster bekam sie nun Recht. Die zuständige Behörde, so hieß es, sei der Landesbetrieb Wald und Holz. In Fällen, in denen ein städtisch verordneter Leinenzwang bestand, ist dieser mit dem Richterspruch nichtig.

In der Region wird sich mit dem Urteil nicht viel ändern. Denn: Ob in Aachen, Düren, Würselen oder Geilenkirchen, vielerorts verhängt die Kommune nur in bebauten Gebieten einen Leinenzwang. Viele Verwaltungen richten sich darüber hinaus nach dem Landesforstgesetz - Hunde dürfen demnach im Wald ohnehin abgeleint werden, solange sie auf den Wegen bleiben. Ausnahmen bilden lediglich Naturschutzgebiete und Erholungswälder.

„Keine große Neuerung” nennt Christoph Grüner vom Landesbetrieb Wald und Holz das Urteil. Mit Blick auf die Ausnahmen, meint er: „In vielen Fällen wird die maßgebende Vorgabe die Ausweisung als Naturschutzgebiet sein”, sagt er. Dort gelte in 99 Prozent der Fälle die Anleinpflicht. In Wäldern, die explizit als Erholungsgebiet ausgewiesen sind, muss der Vierbeiner ebenfalls an die Leine. Grüner glaubt nicht, das Gemeinden ihr Heil darin suchen werden, kommunale Waldbestände als Erholungswald deklarieren zu lassen. In den allermeisten Fälle funktioniere das Nebeneinander Erholungssuchender tadellos.

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