München: Übelkeit im Taxi ist teuer

München: Übelkeit im Taxi ist teuer

Wer sich wegen Alkoholkonsums im Taxi übergibt, muss zahlen: Das Amtsgericht München hat einem Taxifahrer die Hälfte der Reinigungskosten für sein Fahrzeug zugesprochen, nachdem sich ein Oktoberfestbesucher auf der Heimfahrt im Auto übergeben hatte, wie aus einem am Montag veröffentlichten Urteil hervorgeht.

Dass der Fahrgast nicht die vollen Kosten zahlen muss, begründete das Gericht damit, dass der Taxifahrer nicht sofort anhielt, als der Fahrgast sagte, ihm sei übel.

Grundsätzlich müsse der Fahrgast zahlen, erklärte das Gericht. Wer betrunken ins Taxi steige, müsse damit rechnen, dass er sich möglicherweise übergeben werde und deswegen für die Reinigungskosten geradestehen. Im konkreten Fall aus dem Jahr 2009 waren das - inklusive Verdienstausfall - 241 Euro.

Auf der anderen Seite warf der Fahrgast dem Taxifahrer vor, dieser habe nicht angehalten, als er ihm sagte, ihm sei übel. Stattdessen habe er ihn nur beschimpft. Deswegen gab das Gericht dem Fahrer eine Mitschuld. Da sich nicht eindeutig klären ließ, wie deutlich und dringlich der Fahrgast auf seine Übelkeit hingewiesen hatte, entschied sich das Gericht für eine Kostenteilung.

Das Urteil ist rechtskräftig.

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