Stuttgart: Tiefstehende Sonne bei Unfall keine Entschuldigung

Stuttgart: Tiefstehende Sonne bei Unfall keine Entschuldigung

Vor Blendungsgefahr bei tiefstehender Sonne warnt der Autoclub ACE in Stuttgart.

Besonders problematisch sei die Sonneneinstrahlung auf Verkehrsampeln, weil mitunter nur schwer zu unterscheiden sei, ob die Lichtzeichenanlage rot oder grün anzeige. Entsprechend müsse sich der Autofahrer vorsichtig verhalten, zumal Fahrfehler durch blendendes Sonnenlicht weder vor Gericht noch von Versicherungen als Entschuldigung gelten würden. Entsprechend werde bei einem Unfall immer eine erhebliche Mitschuld gewertet.

In diesem Zusammenhang macht der ACE auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Köln aufmerksam. Das hatte einem Fahrzeuglenker bei der unberechtigten Überquerung eines Andreaskreuzes grob fahrlässiges Verhalten vorgeworfen. Der Fahrer hatte sich damit gerechtfertigt, das Blinklicht sei durch das einfallende Sonnenlicht nicht sichtbar gewesen (OLG Köln NZV 97, 477).

Ähnlich sahen es die Richter des Oberlandesgerichts Karlsruhe: Ein Autofahrer müsse bei starker oder tiefstehender Sonne immer mit Blendwirkung rechnen und deshalb besonders vorsichtig fahren (Aktenzeichen: 1 Ss 61/96).