Berlin: Notar muss vorab über Kosten bei Testamentsberatung informieren

Berlin : Notar muss vorab über Kosten bei Testamentsberatung informieren

Ein notariell beurkundetes Testament hat einen Vorteil: Angehörige brauchen später meist keinen Erbschein. Allerdings fallen dafür, anders als bei einem eigenhändig verfassten Testament, Gebühren an. Wer sich vom Notar beraten lässt, sollte sich vorab nach Kosten erkundigen.

Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin und beruft sich auf einen Beschluss des Kammergerichts Berlin (Az.: 9 W 103/14).

In dem Fall ging es um ein Ehepaar, das sich beraten ließ. Der Notar bot an, ihnen zur besseren Entscheidungsfindung einen Entwurf eines notariell beurkundeten Ehegattentestaments zu schicken. Die Ehegatten nahmen das Angebot an. Für Standardentwurf, der nicht auf ihre Verhältnisse angepasst war, verlangte der Notar eine Gebühr in Höhe von rund 850 Euro.

Das Gericht bestätigt, dass eine entsprechende Gebühr angefallen ist. Da die Eheleute der Zusendung des Entwurfs zugestimmt haben, hätten sie dem Notar einen Auftrag erteilt. Dem stehe nicht entgegen, dass der Entwurf nur Informationszwecken dienen sollte und es sich um einen Standardentwurf gehandelt hat.

Gleichzeitig urteilten die Richter, dass der Notar amtspflichtwidrig gehandelt habe, weil er die Eheleute nicht über die entstehenden Kosten aufgeklärt hatte. Letztlich mussten die Eheleute die Gebühr also nicht zahlen. Sie konnten den Kostenanspruch mit ihrem Notarhaftungsanspruch verrechnen.

(dpa)
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