München: Gebühr beim Laternenumzug fällig

München: Gebühr beim Laternenumzug fällig

Alle Jahre wieder ziehen Kinder am Martinstag durch die Straßen. Bunte Laternen gehören genauso zu den Umzügen wie das Singen von Kinderliedern.

Doch der Gesang am Martinstag kann für Kindergärten unter Umständen teuer werden: Wie der Musikrechte- Verwerter Gema rechtzeitig vor dem Martinstag an diesem Donnerstag betonte, werden für das Kopieren aus Liederbüchern Lizenzgebühren fällig - sofern es sich dabei um urheberrechtlich geschützte Werke handelt, deren Rechte eine Verwertungsgesellschaft besitzt.

Noten und Texte älterer Lieder, deren Urheberrecht bereits erloschen ist, dürfen aber nach wie vor beliebig oft vervielfältigt werden. Ein klassisches Martinslied wie „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind” stammt aus dem 19. Jahrhundert - es darf also problemlos kopiert werden. Und der Klassiker „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne” soll bereits im 18. Jahrhundert in Norddeutschland verbreitet gewesen sein.

Die in München ansässige Gema betonte: „Traditionelles Liedgut wie St.-Martins- oder auch Weihnachtslieder sind in der Regel urheberrechtlich nicht mehr geschützt.”

Allerdings gibt es auch eine Reihe moderner Lieder zum Martinstag. Wer diese aus den Liederbüchern einfach rauskopiert, um etwa ein Liedheft für Eltern und Verwandte zu basteln, handelt illegal. Die VG (Verwertungsgesellschaft) Musikedition habe deshalb 2009 zusammen mit der Gema den Kindergärten in Deutschland einen Lizenzvertrag angeboten, sagte der Geschäftsführer der VG, Christian Krauß, am Mittwoch. „In der Vergangenheit gab es für Kindergärten keine Möglichkeit, legal Kopien von einzelnen Liedern anzufertigen.” Die Kindergärten hätten sich die Liederbücher kaufen müssen, um durchs Kopieren die Urheberrechte nicht zu verletzen.

Mit einem Lizenzvertrag hätten die Kindergärten rechtliche Klarheit, argumentierte Krauß. „Denn es gibt in Deutschland ein absolutes Kopierverbot für Noten.” Dafür müssen die Kindergärten allerdings zahlen: Die Vereinbarung sieht vor, dass für bis zu 500 Kopien 56 Euro pro Jahr fällig werden, kirchliche oder kommunale Kindergärten müssen 44,80 Euro zahlen. Der Beitrag sei eine „kleine Kompensation für nicht verkaufte Liederbücher”, sagte Krauß. Schließlich seien Publikationen für Kinderlieder meist sehr aufwendig.