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Düsseldorf/Berlin: Betreuung durch Kinderfrau rechtfertigt keinen höheren Unterhalt

Düsseldorf/Berlin : Betreuung durch Kinderfrau rechtfertigt keinen höheren Unterhalt

Betreut eine Kinderfrau den Nachwuchs, sind diese Kosten nicht auf den Unterhalt anzurechnen. Sie entsprechen keinem Mehrbedarf des Kindes. Typischerweise kümmert sich eine Kinderfrau nicht aus pädagogischen Zwecken um ein Kind, sondern um die Berufstätigkeit eines Elternteils zu ermöglichen. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden (Az.: II-1 UF 12/16).

Dies teilt die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltsvereins mit.

In dem verhandelten Fall lebten die Kinder bei der Mutter. Sie arbeitete 34 Stunden pro Woche. Wegen der langen Anfahrtszeiten zum Arbeitsplatz hatte sie eine Kinderfrau, die die Kinder von der Schule abholte und zunächst betreute. Die Kinderfrau ist ausgebildete Kinderkrankenschwester. Die Mutter wollte die Kosten für die Kinderfrau als Mehrbedarf auf den Kindesunterhalt entsprechend anrechnen lassen. Dagegen wehrte sich der Vater.

Das Gericht gab dem Vater Recht. Er müsse deswegen nicht mehr Kindesunterhalt zahlen. Ein Mehrbedarf könne sich nur dann ergeben, wenn die Betreuung aus pädagogischen Zwecken erfolge. Dies könne beispielsweise bei den pädagogischen Betreuungsangeboten in Kindergärten der Fall sein, nicht jedoch, wenn man das Kind in die Obhut einer Kinderfrau gebe. Hier sei das primäre Ziel die Betreuung während der Arbeitszeiten der Mutter.

(dpa)