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Bonn: Bei Professoren gelten bei Befristungen Sonderregeln

Bonn : Bei Professoren gelten bei Befristungen Sonderregeln

Arbeitnehmer dürfen in der Regel nur bis zu maximal zwei Jahre ohne Sachgrund befristet beschäftigt werden. So sieht es der Gesetzgeber im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) vor. Bei Professoren kann aber etwas anderes gelten.

Hier ist es unter Umständen sogar zulässig, wenn sie bei erstmaliger Berufung bis zu sechs Jahren befristet beschäftigt sind. Das teilt die Zeitschrift Forschung & Lehre mit (Ausgabe 1/2014) und beruft sich dabei auf ein Urteil des Bundesarbeitsgericht (Az. 7 AZR 843/11).

In dem verhandelten Fall hatte ein Professor geklagt, dessen Vertrag auslief. Der Mann war sechs Jahre lang auf Zeit bei einer staatlichen Hochschule in Thüringen angestellt. Nun wollte er unbefristet eingestellt werden. Nach dem Landeshochschulgesetz (LGH) in Thüringen ist eine Befristung für sechs Jahre zulässig, wenn ein Professor erstmals berufen wird. Der Kläger argumentierte, die Befristung hätte nicht nach dem LHG, sondern ausschließlich nach dem bundesweit geltenden TzBfG erfolgen dürfen. Das kenne aber keine Erstberufungsfrist.

Vor Gericht hatte der Mann keinen Erfolg. Das TzBfG regele das Befristungsrecht nicht abschließend. Das Landeshochschulgesetz sei eine Ergänzung. Die Regelung sei auch inhaltlich sinnvoll. So könnten die Hochschulen schauen, wie sich Lehre und Forschung unter dem neu berufenen Professor entwickeln.

(dpa)