1. Leben
  2. Recht

Stuttgart: Ausländische Umsatzsteuer erstatten lassen

Stuttgart : Ausländische Umsatzsteuer erstatten lassen

Wurden Unternehmern im abgelaufenen Jahr in Staaten außerhalb der EU Aufwendungen in Rechnung gestellt, in denen ausländische Umsatzsteuer enthalten ist, können sie diese nicht bei ihrem deutschen Finanzamt als Vorsteuer geltend machen.

Unter bestimmten Voraussetzungen haben sie jedoch die Möglichkeit, sich die ausländische Umsatzsteuer auf Antrag erstatten zu lassen. Darauf weist die Kanzlei Ebner Stolz Mönning Bachem aus Stuttgart hin.

Grundsätzliche Voraussetzung für den Antrag ist der Nachweis der bezahlten Umsatzsteuer jeweils einzeln und mit den Originalbelegen. Die vorgelegten Rechnungen müssen dabei den formellen Anforderungen des betreffenden Landes entsprechen.

Der ausländischen Erstattungsbehörde muss zudem eine entsprechende Bescheinigung des deutschen Finanzamts vorgelegt werden, auf der die Unternehmereigenschaft für den gesamten Vergütungszeitraum und die Steuernummer des Unternehmers eingetragen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, entfällt die Vergütung der Vorsteuerbeträge. Dabei hat der Unternehmer die Vergütung selbst zu berechnen.

Deutlich einfacher ist das Verfahren bei Rechnungen aus anderen EU-Ländern. Hier wird die Vergütung der Umsatzsteuer beim deutschen Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) beantragt. Dies gelingt über ein elektronisches Portal, das im Internet über www.bzst.de aufgerufen werden kann. Hierbei hat der Unternehmer die erworbenen Gegenstände und in Anspruch genommenen Dienstleistungen nach vorgegebenen Kennziffern aufzuschlüsseln, was für 2010 noch bis 30. September 2011 erlaubt ist.

Über den eingereichten Vergütungsantrag erhalten Betriebe umgehend eine elektronische Eingangsbestätigung. Die Vorlage von Originalrechnungen entfällt grundsätzlich in diesem EDV-Verfahren. In der Regel ist erst ab einem Nettorechnungsbetrag von 1.000 Euro dem Antrag eine elektronische Rechnungskopie beizufügen.