Düsseldorf: Arbeitnehmer dürfen über ihr Gehalt reden

Düsseldorf: Arbeitnehmer dürfen über ihr Gehalt reden

Arbeitnehmer dürfen über ihr Gehalt frei reden. Darauf hat die Rechtsanwaltskammer in Düsseldorf am Donnerstag hingewiesen. Klauseln im Arbeitsvertrag, die zum Stillschweigen über die Höhe der Bezüge verpflichten, seien unwirksam.

Die Anwaltskammer verwies auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Mecklenburg- Vorpommern (Az.: 2 Sa 237/09).

Ein Arbeitnehmer hatte sich dort trotz der Klausel in seinem Vertrag mit einem Kollegen über seine Bezüge ausgetauscht und prompt eine Abmahnung erhalten. Gegen die zog er vor Gericht - und gewann. Die Klausel, so die Arbeitsrichter, benachteiligen den Arbeitnehmer unangemessen. Jeder Arbeitnehmer dürfe frei über sein Gehalt reden. Das Gespräch mit Arbeitskollegen sei schließlich die einzige Möglichkeit festzustellen, ob der Arbeitgeber bei der Lohnhöhe den Gleichbehandlungsgrundsatz einhalte.

Ein derartiges Verbot verstoße auch gegen die Koalitionsfreiheit, befanden die Arbeitsrichter, weil es auch Mitteilungen über die Lohnhöhe an eine Gewerkschaft verbiete. Wenn aber die Gewerkschaften die Lohnstruktur eines Unternehmens nicht kennen, seien sinnvolle Arbeitskämpfe nicht mehr möglich.

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