1. Leben

Neuvorstellung der achten Generation des Porsche Carrera 911

Stuttgart : Neuvorstellung: Achte Generation des Porsche Carrera 911

Der Porsche 911 gilt vielfach als ein Aushängeschild deutscher Ingenieurskunst und eines zeitlosen Designs. In wenigen Wochen rollt die nunmehr achte Generation der Automobil-Ikone zu den Händlern.

Der neue 911 ist auf Anhieb als Elfer zu erkennen. Und das, obwohl nach den Worten der Entwickler 80 Prozent der eingesetzten Teile für den Wagen neu konzipiert wurden.

„Wenn es darum geht die Ikone des Automobilbaus zu erneuern, ist es eine Herausforderung, die so ziemlich alles andere in den Schatten stellt.“ Porsches Chef-Designer Michael Mauer spricht von einer der härtesten Aufgaben in seiner bisherigen Karriere. Als besondere Herausforderung beschreibt er die Veränderung der Fronthaube, die jetzt mit eingeprägter Vertiefung das Design der ersten 911-Generationen aufnimmt. „Die dadurch entstandenen Linien vermitteln den Eindruck, dass sich zwei Sehnen über die Haube spannen. Das unterstreicht den ohnehin schon kraftvoll-sportlichen Auftritt des 911.“ Vorne sind nun 20- und hinten 21-Zoll-Räder montiert. Aufgrund der Veränderungen der Spurbreite ergibt sich jetzt zudem eine ausgeprägte Taillierung der glatten Flanken. Glatt im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Türgriffe sind bündig mit der Außenhaut, fahren zum Öffnen elektrisch aus.

Die eigentliche Musik aber spielt am Heck. Das jedenfalls ist die Meinung von August „Gustl“ Achleitner, der intern einfach nur Mister 911 genannt wird. Verständlich hat er doch bereits die vergangenen drei Generation inklusive aller Überarbeitungen in verantwortlicher Position auf den Erfolgsweg gebracht. Achleitner spielt mit seinem Hinweis die Triebwerke an. Mit 450 PS (30 PS mehr als zuvor) bietet beispielsweise der aufgeladene Dreiliter-Sechszylinder-Boxer im 911 S die Leistung, die bisher der GTS hatte. In der Beschleunigung von null auf Tempo 100 unterbieten beide 911-Modelle die Vier-Sekunden-Marke: 3,7 Sekunden benötigt das hinterradgetriebene Coupé, der 911 Carrera 4S mit Allradantrieb 3,6 Sekunden (Werksangaben). Die Höchstgeschwindigkeiten betragen nun 308 Kilometer pro Stunde (911 Carrera S) und 306 für die Allradvariante. Nicht ganz einfach war es laut Achleitner, in dem ohnehin eng bemessenen Bauraum für den Antrieb den Partikelfilter unterzubringen. Doch das Team um Mister 911 hat die Aufgabe gelöst.

Doch das ist längst nicht alles. Der variabel ausfahrende Heckspoiler ist in Vergleich zu seinem Vorgänger nochmal breiter geworden, verbessert demzufolge den Anpressdruck, was wiederum zur Verbesserung der Performance beiträgt. Angetan ist Mister 911 zudem von der neuen Optik. So sind die Rücklichter nochmals schmaler gezeichnet. Zwischen ihnen spannt sich nun bei allen Modellen ein feines und nahtloses Leuchtenband.

Richtig viel getan hat sich ebenfalls im Innenraum. Der Armaturenträger wirkt klarer als zuvor, was unter anderem an der zurückversetzten Instrumentenebene - wie bei den Elfern aus den 70ern - liegt. Dass der Drehzahlmesser mittig im Display vor dem Fahrer liegt, ist für einen Porsche selbstverständlich. Nicht so, die beiden feinen, förmlich freischwebenden Rundinstrumente daneben. Der jetzt 10,9 Zoll große Centerscreen des Porsche Communication Management (PCM) liefert ein gestochen scharfes Bild. Die darunter positionierte Schaltereinheit mit fünf Tastenermöglicht den direkten Zugriff auf wichtige Fahrzeugfunktionen. Die Tasten fühlen sich nicht nur gut, sondern geben außerdem eine haptische Rückmeldung.

Neben zahlreichen elektronischen Helfern und Sicherheitssystemen kommt als Weltneuheit der von Porsche entwickelte Wet Mode serienmäßig zum Einsatz. Er soll die Unfallgefahr bei Aquaplaning zu reduzieren: wenn Wasser in die Radkästen geschleudert wird, nehmen Sensoren diese Geräusche auf, konditionieren die sicherheitsrelevanten Regelsysteme vor und warnen den Fahrer. Dieser kann die Systeme dann auf Tastendruck oder per Mode-Schalter am Lenkrad (Sport Chrono-Paket) entsprechend aktivieren. Gleichzeitig wird die Warnmeldung über die serienmäßige Schwarmdaten-basierte Online-Navigation verbreitet, so dass andere Fahrer sich rechtzeitig auf die Situation einstellen können.

Während zunächst der Carrera S zu Preisen ab 120.125 Euro und der 4S ab 127.979 Euro in den Handel kommen, folgen im Frühjahr die entsprechenden Cabrio-Versionen. Für den Sommer ist der Basis-Carrera angekündigt. Der wird mit dann 385 PS ein Leistungsplus zum Vorgänger von 15 PS haben.

(amv)