Wichtiger Sonnenschutz mit Stil: Hüte sind wieder voll im Trend

Hüte wieder voll im Trend : Wichtiger Sonnenschutz mit Stil

Wenn die Sonne vom Himmel brennt, geht eigentlich nichts ohne Kopfschutz. Sonnenhüte sind allerdings nicht als Schutz vor einem Sonnenstich derzeit sehr angesagt. Hüte und Co. erleben ein modisches Comeback.

In den vergangenen Wochen stiegen die Temperaturen mehr als einmal in sommerlich heiße Regionen. Örtlich konnten die Wetterdienste sogar 40 Grad und mehr aufzeichnen. Ein absoluter Rekordsommer, der viele Deutsche aufstöhnen lässt. Wer die heißen Stunden des Tages bei diesen Temperaturen nicht meiden kann, tut gut daran, verschiedene Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um der aggressiven UV-Strahlung nicht zu stark ausgesetzt zu sein. Neben einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor empfehlen Experten vor allem, nicht ohne Kopfbedeckung in die direkte Sonne zu gehen.

Was sonst vor allem für Kinder wichtig war, hat im aktuellen Rekordsommer auch für Erwachsene an Bedeutung gewonnen. So mag es kaum verwundern, dass das alltägliche Bild in diesem Sommer stark von Hüten, Mützen, Kappen und anderen Kopfbedeckungen geprägt war. Immerhin werden die modisch schicken Accessoires auch mit speziellem UV-Schutz angeboten. So lassen sich wirkungsvoller Sonnenschutz und modisches Styling mit einem einzigen Kleidungsstück kombinieren.

Inzwischen sind die Temperaturen in den meisten Teilen Deutschlands wieder auf erträgliche 25 Grad oder sogar weniger gesunken. Das bedeutet allerdings nicht, dass auch die Hüte nun wieder ungenutzt in der Hutschachtel verschwinden. Als modisches Accessoire zieren Hüte nämlich auch bei gemäßigteren Temperaturen so manches Outfit, und zwar bei Damen und Herren gleichermaßen.

Hüte sind wieder modische Hingucker: Als Kleidungsstück hat der Hut eine bewegte Geschichte hinter sich. Ungefähr von 1850 bis 1950 erlebte der Hut seine absolute Blütezeit. Noch bis in die 1960er Jahre hinein gehörte es für den Herrn zum guten Ton, nur mit Anzug und Hut das Haus zu verlassen. Wer dies nicht tat, durfte mit empörten Blicken seiner Mitmenschen rechnen. Mit der Revolution 1968 änderte sich das Image grundlegend. Plötzlich galten Hüte als altbacken und spießig und waren vor allem bei der aufgeschlossenen und nach Freiheit und Unabhängigkeit strebenden jungen Generation absolut verpönt. Zu den modisch auftoupierten Frisuren der Hippiebewegung wollten die alten Hüte eben einfach nicht passen.

Dieses Negativimage des Hutes hat sich viele Jahre hindurch gehalten. Erst in der jüngeren Vergangenheit hat sich der Altherrenhut von seinem Image befreit und ist zu einem modischen Accessoire geworden, das Damen und Herren jeden Alters begeistert.

Etwas hat sich allerdings bis heute nicht geändert: Wird der Hut zu einem allzu steifen Business-Outfit oder sogar zum eleganten Anzug getragen, gilt er noch immer eher als spießig. Wer den Hut in seinen zahlreichen Facetten als modisch angesagten Trend kombinieren möchte, wählt dazu besser ein legeres Outfit, wie zum Beispiel Jeans und T-Shirt oder auch ein luftiges Sommerkleid oder Rock und Bluse für die Dame. Ein weiterer Tipp der Modeexperten für begeisterte Hutträger: Lieber auf die Sonnenbrille verzichten. Hut und Sonnenbrille in Kombination sind eher für den Strand geeignet. Als modisches Accessoire reicht die Kopfbedeckung dagegen völlig aus und sollte aus Stilgründen lieber nicht mit einer Sonnenbrille kombiniert werden.

Aber was ist die modische Aussage, die hinter dem modernen Huttrend steht? Wie hat die Kopfbedeckung es geschafft, der Staub ihrer Vergangenheit abzuschütteln? "Hutträger sind selbstbewusst", erklärte der in Krefeld tätige Hutmacher Yosef Dadon anlässlich der bis 2011 in Langenfeld angebotenen Ausstellung mit dem Titel Hut ab! - Reise durch die Kulturgeschichte des Hutes. "Mit ihrem Hut auf dem Kopf wollen sie zeigen: Hier bin ich."

Noch vor zwanzig Jahren wäre dieser Imagewandel absolut undenkbar gewesen. Aber wie kurzlebig und wandelbar die Modebranche ist, hat sich in der Vergangenheit schon in vielen eher fremdartig anmutenden und nicht immer unumstrittenen Trends gezeigt.

Vom praktischen Kleidungsstück zum Lieblingsaccessoire der Stars: Die Prominenz macht es vor. So mancher trägt auf dem roten Teppich und auch abseits davon gerne eine modische Kopfbedeckung. Schauspielerin Diane Keaton erzählte jüngst im Interview mit dem Online-Magazin InStyle, dass sie schon immer der Meinung gewesen sei, Hüte rahmen das Gesicht vorteilhaft ein. Der wahre Grund, warum die Oscarpreisträgerin nicht mehr ohne Hut aus dem Haus geht, ist allerdings weniger ästhetischer Natur. Sie sei einmal an Hautkrebs erkrankt gewesen, so die Erklärung der Grande Dame Hollywoods. Dieses Erlebnis sei so prägend gewesen, dass sie auch heute noch regelmäßig zum Arzt geht und ihre Haut durch das Tragen von Hüten schützen möchte.

Viele andere Stars und Sternchen greifen vor allem aus Stilgründen zum Hut. Schauspieler Johnny Depp ist ohne Hut nur noch selten zu sehen und auch Starfußballer und Modeikone Mats Hummels hat seine Liebe zum Hut entdeckt, wie viele Aufnahmen der letzten Monate zeigen. Damit bekommt das Accessoire einen zusätzlichen Glamourfaktor, der es vom roten Teppich auch in den Alltag geschafft hat.

In Ascot besteht seit jeher absolute Hutpflicht: Der wohl bekannteste Hotspot ausgefallener Hutmode ist das traditionelle Pferderennen in Ascot. Seit 1711 feiern die Briten eine ihrer beliebtesten Sportarten mit einer Veranstaltung, die ihresgleichen sucht. Hier sind nicht nur Freunde des Pferdesportes anzutreffen, das Pferderennen in Ascot hat sich vielmehr zu einem wahren Schaulaufen der internationalen Prominenz entwickelt. Absolutes Highlight jeder Veranstaltung: Die Hutmode der Damen.

Das Tragen von Hüten ist in Ascot nämlich absolute Pflicht. Herren begnügen sich in der Regel mit schlichten aber absolut stilechten Zylindern, die den eleganten Anzug perfekt ergänzen. Die Damenwelt kokettiert dagegen gerne mit ausgefallenen Modellen, weshalb das Pferderennen in Ascot inzwischen eher für seine Hutmode bekannt ist als für seine sportlichen Wettkämpfe. Auffallen lautet die Devise, weshalb die weiblichen Besucher der Veranstaltung sich gerne mit immer ausgefalleneren und modisch anspruchsvolleren Modellen zu übertreffen versuchen.

Der Kreativität talentierter Hutdesigner ist allerdings eine strenge Grenze gesetzt. Die Basis des Hutes darf nämlich selbst bei den exotischsten Modellen nicht breiter als 10 Zentimeter sein, wie die Kleiderordnung für Ascot vorschreibt. Die Einhaltung dieser Richtlinie wird ebenso streng kontrolliert wie die Rocklänge der Damen, die mindestens bis zum Knie reichen muss. Besucherinnen, die sich an eine der Kleidervorschriften nicht halten, können von den allgegenwärtigen Kontrolleuren ohne viel Federlesen der Tribüne verwiesen werden. Da das traditionelle britische Pferderennen bis vor einigen Jahren noch adeligen Besuchern und ihren ausdrücklich geladenen Gästen vorbehalten war, legt vor allem das britische Königshaus größten Wert darauf, die bestehende Kleiderordnung als Hommage an die Tradition auch in Zukunft zu wahren.

Für Anhänger einer ausgefallenen Hutmode sind die Bilder der weiblichen Gäste und ihrer atemberaubenden Kopfbedeckungen seit jeher eine Inspiration und bei der internationalen Presse sogar noch beliebter als die Gästeliste und die Ergebnisse des sportlichen Wettkampfes.

(vo)
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