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Frankfurt/Main: Schluss mit Rüschenromantik: Die Frau verzichtet 2013 auf Kitsch

Frankfurt/Main : Schluss mit Rüschenromantik: Die Frau verzichtet 2013 auf Kitsch

Es ist Schluss! Bloß keine Romantik mehr, denn wir leben ja auch nicht in romantischen Zeiten. Das behaupten zumindest die Modeexperten. Sie sagen: Die Frau trägt gerade in den anstehenden Wonnemonaten Bodenständiges. Immerhin: Blumenmuster sind erlaubt.

Aber das Institut ergänzt: „Das heißt jedoch nicht, dass der Grad an Weiblichkeit zurückgeht.” Es gibt viele feminine Kleider und Röcke, körpernah geschnittene Blusen. Und auch ein sehr weiblicher Look der Vergangenheit lebt wieder auf: Luftige Glockenröcke werden wie in den 50er Jahren mit T-Shirt oder Bluse kombiniert.

„Wir leben definitiv nicht in romantischen Zeiten”, erläutert DMI-Geschäftsführer Gerd Müller-Thomkins das Ansinnen der aktuellen Mode. Es werde im Alltag an allen Ecken und Enden gespart. In der Mode fallen verspielte Schnitte und Applikationen wie Rüschen weg. Die Klamotten wirken auf das Wesentliche reduziert. „Die Kleidung ist körperbetont. Im Trend liegen schmale, sachlich wirkende Etuikleider”, berichtet Rose.

Die Romantik ist zwar tot, überlebt haben aber die Blumenmuster - das ist quasi in jeder Kollektion zu sehen, vor allem bei Kleidern etwa von Cinque und Betty Barclay. Häufig werden die Muster aber überzeichnet, sie sind also verzerrt oder mindestens äußerst bis unnatürlich bunt. Beliebt sind sie auch auf 7/8-langen Hosen, wie Basler und Marc Cain zeigen - beide mit passender Jacke oder Blazer.

Zudem ist die Kleidung bunt wie ein Blumenbeet im Sommer. „Die Farbe wird sich in ihrer Intensität in der Mode nicht mehr verdrängen lassen”, prognostiziert Müller-Thomkins. Allerdings würden Neonfarben nach und nach verschwinden. Stattdessen setzten sich Pastelltöne wie Zitronenfalter, Apricot, Rosa und Minze dominanter in der Farbpalette durch, sagt die Modeberaterin Ines Meyrose aus Hamburg. Sie waren bereits seit dem Winter in den Kollektionen zu finden. „Besonders gut können das hellhäutige nordische Typen tragen.”

Minx kombiniert ein apricotfarbenes Kleid mit einem dünnen roten Gürtel, der hervorsticht. Die Tasche ist auch rot. Comma zeigt eine rosa Hose mit einer hellbraunen Jacke, Gelb als winziger auffälliger Farbtupfer taucht im Shirt, den Schuhen und Gürtel auf. Marc OPolo lässt ein Model ein zartgrünes Kleid ebenfalls zu einer dezenteren hellbraunen Jacke tragen. Viele kombinieren dazu auch Weißes, sagt Rose. Daneben seien Metallictöne wie Gold, Silber und Bronze angesagt - etwa ein silbernes Paillettentop unter einem weißen Herrenhemd zur Jeans.

Das Herrenhemd, ebenfalls in gleich mehreren Kollektionen zu finden, ist Anzeichen eines Nebentrends: zu mehr Sportlichkeit, Funktionalität und Bodenständigkeit, wie Gerd Müller-Thomkins erläutert. Ein Beispiel dafür liefert Cinque. Zu lässig-sportlichen Schuhen trägt das Model eine tief sitzende Chino in Gelb, dazu ein weißes Hemd. Andere Anzeichen für den Trend seien androgyn wirkende, kurz geschnittene Hüfthosen und der Trenchcoat.

Neben dem Übergangsmantel werden auch weiterhin gerne Blazer von den Frauen getragen - sie sind nun kragenlos. Ohne Revers bringen sie Schlupfblusen sowie Halstücher besser zur Geltung, erläutert Modeexperte Müller-Thomkins. Rose ergänzt, dass gerade die Blumenmuster unter den kragenlosen Blazern gut zur Geltung kommen.

„Bei den Hosen bleibt eindeutig die Zigarettenform, die 7/8-Form, mit hohem Bund gefragt”, sagt Meyrose. Nicht nur bei Modebewussten angesagt, sondern auf dem breiten Markt ein Muss werden bunt gemusterte Hosen sein - vor allem mit Blumenmuster. Daneben seien vor allem dunkelblaue Jeans oder Chinos beliebt. „Gerade für nicht so Schlanke ist eine dunkle Hose besser als eine gemusterte”, sagt Meyrose. Letztere trage stark auf. Geht es nach Andreas Rose, werden die Frauen grüne Hosen tragen. „Sie wirken wie eine frische Frühlingsbrise.” Betty Barclay zeigt eine in Kombination mit einem Blazer in Blumenmuster.

„Ich habe gesehen, dass die ganz langen und die halblangen Röcke schon wieder verschwunden sind”, sagt Meyrose. „Die Modelle umspielen nun eher das Knie, was den meisten besser steht.” Die Kleider sind insgesamt - ganz im Trend - schnörkellos. Trendbeispiel ist das Etuikleid. „Das können wirklich alle Frauen tragen”, sagt Meyrose. „Es sieht selbst in großen Größen super aus. Sie sollten nur die richtige Größe haben und nicht zu eng oder zu locker sitzen.”

In vielen Kollektionen finden sich sehr kurze Miniröcke - etwa zum langen Blazer. Glücklich können sich die Frauen schätzen, die im vergangenen Jahr in einen Rock mit Plisseefalten investiert haben: Der Trend von 2012 ist nun auf dem Markt erst richtig angekommen.