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Maßnahmen gegen den Klimawandel: Welche Möglichkeiten gibt es

Welche Möglichkeiten gibt es : Gegen den Klimawandel

Der Klimawandel ist ein Thema mit steigender Bedeutung für den Alltag der Menschen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Auswirkungen immer häufiger und heftiger spürbar werden.

Experten erwarten als Folgen des Klimawandels schon in naher Zukunft mehr Wetterextreme wie Hitzeperioden oder starke Regenfälle. Zudem wird es Auswirkungen auf die Landwirtschaft geben, denn immer mehr Schädlinge überleben die milden Winter und der Trockenstress führt zu einer zunehmenden Anzahl an Ernteausfällen.

Ebenso leiden die Tiere unter der Hitze, was Themen wie die Stallklimatisierung auf die Agenda bringt. Klimaschutz hat somit viele Ebenen und muss nicht nur global, sondern auch regional gedacht sowie umgesetzt werden. Selbiges gilt im ganz kleinen Rahmen, sprich jeder Einzelne kann und sollte einen Beitrag leisten. Es lohnt sich daher ein Blick auf die Frage, welche Maßnahmen für den Klimaschutz denkbar sowie sinnvoll sind:

Änderung der Reisegewohnheiten

Das Reisen gehört zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen und spielt auch im beruflichen Kontext eine wichtige Rolle. Doch jeder Flug bedeutet eine große Belastung für das Klima, was vor allem - aber nicht nur - für Kurzstreckenflüge gilt. Gerade sie lassen sich jedoch problemlos durch andere Verkehrsmittel ersetzen, sei es das Auto oder besser noch der Zug beziehungsweise das Fahrrad.

Geschäftliche Reisen lassen sich im Zuge der Digitalisierung zudem immer häufiger durch virtuelle Meetings & Co ersetzen. Je nach Art und Zweck der Reise gibt es daher nachhaltigere Alternativen, die jeder kennen und in Erwägung ziehen sollte. Das ist mit ein Grund, weshalb der Urlaub im eigenen Land derzeit immer beliebter wird.

Wandel bei der Mobilität

Es sind jedoch nicht nur die Reisen, bei denen die Frage nach dem Verkehrsmittel relevant ist. Auch die Mobilität im Allgemeinen muss neu gedacht werden. Viele Menschen legen im Alltag beispielsweise kurze Strecken mit dem Auto zurück, obwohl dafür auch klimafreundlichere Alternativen wie öffentliche Verkehrsmittel oder E-Bikes zur Verfügung stehen.

Wichtig ist daher, solche Alternativen für die Menschen attraktiv(er) zu machen, beispielsweise durch einen alltagstauglichen Fahrplan oder sichere Fahrradwege. An innovativen Ideen wie dem Carsharing oder E-Scooter, der per App gefunden und gemietet werden kann, mangelt es jedenfalls nicht. Trotzdem geht der Wandel in der Mobilität erst schleppend voran und muss daher auch auf nationaler sowie regionaler Ebene vorangetrieben werden. Maßnahmen wie die Förderung von Elektroautos sollen dabei helfen.

Maßnahmen gegen den Klimawandel: Welche Möglichkeiten gibt es
Foto: U.J. Alexander / Adobe Stock

Energiewende im Großen und Kleinen

Ein weiteres, essentielles Thema rund um den Klimawandel ist die Energie. Deutschland gehört zu den Vorreitern, wenn es um die Energiewende geht. Der Atomausstieg ist bereits in vollem Gange, dennoch scheint der vollständige Übergang zu erneuerbaren Energien noch in weiter Ferne zu liegen. Auch an diesem Punkt muss daher angesetzt werden, um Energie klimafreundlicher zu machen, ohne Nachteile wie begrenzte Ressourcen befürchten zu müssen.

Einerseits ist es dafür wichtig, die Forschung voranzutreiben, um klimafreundliche Energie alltagstauglich(er) zu machen. Andererseits gilt es, sowohl privat als auch gewerblich Energie einzusparen, wann und wo immer es möglich ist. Dafür werden bereits Anreize auf nationaler Ebene gesetzt, wie aktuell durch die Anhebung des CO2-Preises.

Gleichzeitig können Immobilieneigentümer einen Beitrag leisten und von Förderungen beispielsweise einer Photovoltaikanlage profitieren; auch in der Region Aachen steht ein solches Solarförderungsprogramm zur Verfügung.

Klimafreundlicheres Wohnen

Das Wohnen ist somit ebenfalls ein Bereich, der für den Klimaschutz eine tragende Rolle spielt. Ein Großteil der Treibhausgase wird schließlich durch Strom, Heizung & Co generiert. Die Photovoltaikanlage war dafür ein wichtiges Stichwort, sprich es braucht moderne Konzepte, um das Wohnen klimafreundlicher zu machen - aber trotzdem nicht weniger komfortabel. Durch solche Förderungen werden Investitionen in den Klimaschutz für Immobilieneigentümer attraktiver und sie können zugleich von Preisvorteilen profitieren.

Aber auch technische Innovationen sind an dieser Stelle wichtig, um beispielsweise Einsparungen beim Strom zu generieren oder smarte Lösungen für das Heizen zu entwickeln. Viele Szenarien sind an dieser Stelle für die Zukunft denkbar und bereits jetzt setzen immer mehr Menschen, auch in der Region, auf das sogenannte Smart Home. Dennoch fehlt es vielerorts an entsprechenden Anreizen, beispielsweise für Vermieter, um einen flächendeckenden Wandel hin zum nachhaltigeren Wohnen zu schaffen. Es ist daher wichtig, dass die Politik oder Kommunen an dieser Stelle nachbessern, damit jeder von den genannten Vorteilen profitieren kann. Nachhaltigkeit hat also auch etwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun.

Klimaschutz im Städtebau

Trotzdem kann diese Nachhaltigkeit nicht nur auf einer individuellen Ebene gedacht werden, sprich auf Seiten der Verbraucher. Auch auf einer städtebaulichen Ebene muss der Klimaschutz stattdessen beachtet und - besser noch - aktiv vorangetrieben werden. Das betrifft viele verschiedene Bereiche wie die Einrichtung von Frischluftschneisen, die Modernisierung der Versorgungstechnik oder die Begrünung von Flächen.

Letztere hat viele Dimensionen von größeren Parks über das Dachgrün bis hin zu einzelnen Straßenbäumen. Auch sie leisten schließlich einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität in städtischen Gebieten und sind längst nicht nur Dekoration.

Ein Beispiel, das deutlich macht, inwiefern Klimaschutz ganzheitlich gedacht werden muss, denn viele Maßnahmen bringen Vorteile auf mehreren Ebenen mit sich, wenn sie richtig umgesetzt werden - sei es in optischer, gesundheitlicher oder nachhaltiger Hinsicht.

Änderungen im Konsumverhalten

Immer wieder steht das moderne Konsumverhalten der westlichen Gesellschaft in der Kritik. Sie hat sich zu einer sogenannten „Wegwerfgesellschaft“ entwickelt und einen wenig nachhaltigen Lebensstil angeeignet. Zwar lässt sich bereits bei vielen Menschen ein Umdenken erkennen, trotzdem schreitet diese Entwicklung zu langsam voran. Wichtig wäre es, dass Kaufentscheidungen bewusster getroffen und an nachhaltigen Gesichtspunkten ausgerichtet werden. An dieser Stelle sind aber nicht nur die Konsumenten in der Pflicht.

Auch die Hersteller müssen beispielsweise Anreize bekommen, um die Lebensdauer von Produkten wie Elektrogeräten zu erhöhen oder nachhaltige(re) Angebote zu schaffen. Ebenso kann und sollte auf einer politischen Ebene gehandelt werden, um Anreize für einen klimafreundlicheren Konsum zu setzen, beispielsweise Preisvorteile oder Förderungen.

Anpassung der Landwirtschaft

Wie eingangs erwähnt, hat der Klimawandel auf die Landwirtschaft enorme Auswirkungen - Tendenz steigend. Es ist deshalb besser, proaktiv zu handeln, anstatt auf die daraus resultierenden Probleme zu warten. Das bedeutet einerseits, sich an die neuen Gegebenheiten durch den Klimawandel anzupassen und andererseits, einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten.

Ein biologischer Anbau von Lebensmitteln, die Reduktion der Fleischproduktion oder die Vermeidung klimaschädlicher Praktiken sowie Mittel sind dafür einige Beispiele, an welcher Stelle angesetzt werden kann und sollte. Das Problem an der Sache ist, dass Landwirte heutzutage unter einem großen finanziellen Druck stehen und sich an der Nachfrage der Verbraucher ausrichten müssen. Soll beispielsweise der Fleischkonsum reduziert oder mehr auf regionale Lebensmittel gesetzt werden, braucht es auch an dieser Stelle entsprechende Anreize für die Verbraucher.

Ausblick in die Zukunft

Die verschiedenen Maßnahmen müssen also wie Zahnräder eines Uhrwerks ineinander greifen, um die gewünschten Effekte zu erzielen - und genau daran scheitert der Klimaschutz derzeit noch an vielen Stellen. Es ist deshalb wichtig, das Thema ganzheitlich anzugehen: Auf einer nationalen, Landes- sowie regionalen Ebene und von den Konsumenten bis hin zu den Produzenten. Dann besteht durchaus eine realistische Hoffnung, den Klimawandel aufzuhalten oder zumindest zu verlangsamen, wodurch wiederum dessen Auswirkungen abgemildert werden. Das betrifft die Menschen, die Umwelt, die Tiere, die Wirtschaft, die Gesundheit und viele weitere Aspekte des täglichen Lebens. Genau deshalb handelt es sich um eine Problematik, die nicht länger totgeschwiegen werden darf, sondern ein schnellstmögliches Handeln erzwingt.

Die Region Aachen hat diesbezüglich bereits einige Maßnahmen ergriffen und dient damit als Vorbild für manch andere Städte in Deutschland sowie international. Trotzdem ist es wichtig, sich nicht auf diesen Maßnahmen auszuruhen, sondern sie weiterzuentwickeln und immer mehr auszudehnen; denn der Klimawandel wartet nicht.