Hamburg: Kunstpelz und Plüsch erobern die Wintermode

Hamburg : Kunstpelz und Plüsch erobern die Wintermode

Der Winter kann kommen, denn Modebewusste werden bestens ausgerüstet sein: Plüsch und „Fake Fur” heißen die beiden saisonalen Trends, mit denen man sich in der kalten Jahreszeit warm halten kann.

Fake Fur ist nichts anderes als Kunstpelz. Tierschutz und Nachhaltigkeit spielen auch in der Modebranche eine immer größere Rolle. Davon zeugt die Tatsache, dass selbst Größen wie Hugo Boss, Armani, Gucci oder Calvin Klein keinen Echtpelz mehr nutzen werden. Dazu kommt, dass es der modernen Textiltechnik mittlerweile gelingt, Kunstpelz herzustellen, der von Echtfell auf den ersten Blick nicht mehr zu unterscheiden ist.

Auffällig ist auch diese kurz geschnittene Plüschjacke in einem kräftigen Farbton von MICHAEL Michael Kors (Jacke ca. 450 Euro, Pullover ca. 225 Euro, Rock ca. 175 Euro, Schuhe ca. 170 Euro). Foto: MICHAEL Michael Kors

Bei der Herstellung werden Polyacrylfasern in ein Grundgewebe aus einem Baumwoll-Polyester-Mix eingewebt. Ein Kleber verhindert, dass sie wieder ausfallen. Das ist aufwendig, mehrere Arbeitsschritte sind nötig, bis das Gewebe so echt wie möglich aussieht. Täuschend echt wirken die Stoffe inzwischen auch, weil einzelne Härchen oftmals vielfarbig sind - also an den Wurzeln dunkler und im Verlauf etwas heller, was der natürlichen Haarfarbe entspricht.

In diesem Winter muss niemand frieren. Jacken und Mäntel aus Fake Fur - hier ein Modell von Liu Jo - halten kuschelig warm (Kunstfelljacke 340 Euro, Sweater ca. 140 Euro, Shorts ca. 100 Euro, Tasche ca. 170 Euro, Hut ca. 100 Euro). Foto: Liu Jo

Auch Plüsch - oftmals mit Kunstpelz gleichzusetzen - ist beliebt. Vor einigen Saisons noch war es eher den Mänteln vorbehalten, nun ziert es etwa auch Pullis. „Als Alternative zu echtem Fell hat sich Plüsch bereits seit geraumer Zeit etabliert, weil das Kunstmaterial nicht nur schön wärmt, sondern auch immer hochwertiger wird”, erklärt die Shopping-Beraterin Maria Hans aus Hamburg. Plüsch hat oftmals einen weniger dichten Flor als Kunstpelz, der dafür bis zu mehrere Zentimeter lang sein kann. Er ist meistens farbig.

Viele der aktuellen Plüschmäntel sind voluminös geschnitten und in knalligen Farben gehalten, hier ein Beispiel von Marc Cain (Jacke ca. 379 Euro, Sweatshirt ca. 279 Euro Hose ca. 349 Euro, Tasche ca. 349 Euro, Ankle Boots ca. 399 Euro). Foto: Marc Cain

Zu den angesagten Farben im Herbst gehören knallige Töne wie Fuchsia, Türkis oder Sonnengelb. „Das macht Plüsch zum absoluten Hingucker”, findet Andrea Lakeberg, Stilberaterin aus Berlin. „Darüber muss man sich auch im Klaren sein, bevor man eines dieser Stücke kauft: Es muss zum eigenen Stil passen.”

In einem warmen Rot wird Plüsch auch an Accessoires wie Taschen zum Hingucker (ca. 179 Euro). Foto: Steffen Schraut

Wem der Trend zu auffällig für den Alltag ist, sollte im Handel genauer hinschauen: „Heute werden viele Stücke angeboten, die man wenden kann”, berichtet Einkaufsberaterin Maria Hans. „In solchen Fällen hat man die Wahl zwischen knallig und neutral und kann nach Lust und Laune entscheiden.” Daneben finden sich sogenannte Paintings: Auf einem unifarbenen Stück wird Farbe wie mit dem Pinsel aufgetragen - eine schöne Balance zwischen bunt und uni.

Wer es lieber schlichter mag, greift zu Accessoires aus Kunstpelz - wie diesen Schal von Sportalm (ca. 119 Euro). Foto: Sportalm

Auch eine Möglichkeit: „In diesem Herbst gibt es viele Stücke, Jacken, aber auch Pullis, die lediglich einen Plüschbesatz haben, mal an den Ärmeln, mal am Kragen”, sagt Modeberaterin Ritchie Karkowski aus Timmendorfer Strand. Alternativ taugen die Accessoires etwas: „Es gibt jetzt Schuhe und sogar Handtaschen, die mit Plüsch verziert sind”, berichtet Lakeberg. „Solche Accessoires können einem betont schlichten Outfit den besonderen Twist verleihen.”

Auch Schuhe - hier ein Modell von s.Oliver - tragen immer öfter Fellverzierungen und wärmen in der kalten Jahreszeit (ca. 70 Euro). Foto: s.Oliver

Karkowski rät, zu bedenken, dass Plüsch und Kunstpelz optisch auftragen. „Daher ist es umso wichtiger, dass man auf die richtigen Proportionen achtet.” Sie gibt ein Beispiel: „Viele der aktuellen Plüschmäntel sind besonders voluminös geschnitten. Das kann toll aussehen, wenn man nicht gerade klein und zierlich ist. Denn dann verschwindet man in einem solchen Mantel.” Sie rät in solchen Fällen, besser zu einer schmal geschnittenen Plüschjacke zu greifen. „Der Plüsch selbst sollte dann auch eher flach sein.”

(dpa/tmn)
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