Können Uhren nachhaltig sein?

Luxus : Können Uhren nachhaltig sein?

Nachhaltiger Konsum ist ein Thema, das uns heute in vielen Lebensbereichen beschäftigt. Ob Kleidung, Nahrungsmittel, Kosmetik: Faire Produktionsbedingungen und die Verwendung nachhaltiger Rohstoffe gewinnen bei Konsumenten an immer größerer Bedeutung. Doch muss man sich die Frage nach ethisch unbedenklicher Herstellung auch bei Uhren stellen?

Die Antwort ist ein klares “Ja”. Zwar handelt es sich bei Armbanduhren, insbesondere denen aus dem höherklassigen Segment, nicht um schnelllebige Gebrauchsgegenstände. Doch auch hier machen die verwendeten Materialien den ökologischen Unterschied. Gold beispielsweise kann in umweltzerstörerischen Verfahren gewonnen werden, Diamanten sind möglicherweise in Kinderarbeit entstanden und Leder kann aus nicht artgerechter Massentierhaltung stammen - das muss aber nicht sein. Mittlerweile gibt es viele Hersteller, die auf Nachhaltigkeit bei ihren Uhren viel Wert legen.

Diesem Thema hat sich eine gemeinnützige Organisation, die Responsible Jewellery Council (RJC), angenommen. Ihr Ziel ist die Förderung ethisch, sozial und ökologisch verantwortungsvoller Verfahren in der gesamten Lieferkette, in denen die Menschenrechte geachtet werden. Die Standards gelten für Juwelierwaren aus Diamanten, Gold und Platinmetallen, vom Abbau bis zum Einzelhandel. Seit dem Jahr 2012 ist das RJC sogar Vollmitglied der ISEAL Alliance, des weltweiten Verbands für Nachhaltigkeitsstandards.

Immer mehr Hersteller knüpfen an die Standards der Organisation an und schreiben sich nachhaltige Produktion in ihre Unternehmensphilosophie. Die Marke Styrman & Crew versichert beispielsweise, dass ihre Lederarmbänder nicht mit giftigen und umweltschädlichen Chemikalien gegerbt werden, sondern mit natürlichen Rohstoffen wie Rinde und Früchten. Außerdem stammt das Leder von Tieren aus artgerechter Biohaltung. Ganz auf Produkte tierischen Ursprungs verzichtet der Hersteller AB AETERNO, der sich ebenfalls einer Produktion mit möglichst geringer Umweltauswirkung verschrieben hat.

Auch bei der Produktion ist Uhrenhersteller nicht gleich Uhrenhersteller. Um faire Bedingungen auch in der Herstellung zu garantieren, sollte darauf geachtet werden, wo und unter welchen Bedingungen die Uhren produziert werden. Insbesondere deutsche Uhrenhersteller sind hierbei vorne dabei: Junghans aus dem Schwarzwald und Nomos aus Glashütte legen Wert auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit und produzieren zu 100 Prozent in Deutschland.

Doch auch renommierte Luxusmarken wie Chopard widmen sich dem Thema. Schon in der 2013 lancierten Haute-Joaillerie-«Green Carpet Collection» wurde ausschließlich fair produziertes Gold sowie zertifizierte Diamanten oder Smaragde verwendet. In diesem Jahr wurden dann die sensationellen Neuigkeiten verkündet: In Zukunft wird Chopard in der gesamten Produktion nur noch fairmined Gold verwenden. Verwendet wird entweder Gold aus kleinen Minen, die den Fairtrade-Standards von der Swiss Better Gold Association (SBGA) entsprechen, oder von der Vereinigung Responsible Jewellery Council (RJC) zertifiziertes Edelmetall.

Doch auch andere große Unternehmen widmen sich Umweltthemen. Omega beispielsweise kooperiert mit der GoodPlanet Foundation - in dieser Zusammenarbeit ist auch der Dokumentarfilm Planet Ocean entstanden. Zur Zeit arbeiten sie unter dem Namen “Time for the Planet” gemeinsam an zwei Naturschutzprojekten in Indonesien. Mit dem Kauf einer Seamaster Planet Ocean 600M GoodPlanet unterstützen sie das Vorhaben direkt, denn ein Teil des Erlöses fließt direkt in die Projekte.

Auch beim nächsten Uhrenkauf also kann man seinen kleinen Beitrag zu einem bewussten, nachhaltigen Umgang mit dem Planeten und seinen Bewohnern leisten.

(rd)
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