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Stuttgart: Es knistert und raucht: Tipps zu Kerzen

Stuttgart : Es knistert und raucht: Tipps zu Kerzen

Kerzen zaubern zu Hause eine heimelige Atmosphäre in der dunklen Jahreszeit. Im Advent greift man besonders oft zum Zündholz. Aber manchmal rußt, raucht und knistert die Flamme. Ein paar Antworten und Tipps.

Wie lange brennt eine Kerze eigentlich?

Das lässt sich einfach ausrechnen: Eine Kerze verbrennt stündlich sieben bis zehn Gramm ihrer Masse, erklärt die Gütegemeinschaft Kerzen in Stuttgart. Es kann aber auch schneller gehen, etwa wenn einige Kerzen zu dicht nebeneinanderstehen. Denn dann entwickelt sich viel Wärme, so dass sich die Kerzen unter Umständen auch verformen. Daher raten die Experten zu einem Abstand von mindestens zehn Zentimetern zwischen einzelnen Kerzen.

Wie vermeide ich starke Rauchschwaden?

Ist der Docht zu lang, bildet er viel Ruß. Und ist er zu kurz, brennt die Flamme nicht gut. Daher rät die Gütegemeinschaft Kerzen zu einer Länge von etwa zehn Millimetern. Einen Tipp gibt es auch für das Löschen der Flamme: Wird diese erstickt statt ausgeblasen, bildet sich weniger Rauch. Das gelingt mit einem speziellen Löscher, einem Kegel, der über die Flamme geschoben wird. Oder der Docht wird direkt nach dem Auspusten kurz in das flüssige Wachs getaucht.

Was tue ich gegen das Knistern?

Die Kerze knistert meist, wenn sie feucht ist - etwa wenn sie im Freien oder feuchten Badezimmer steht. Ist Regenwasser in die Brennschüssel getropft, einfach trockenwischen. Ist der Docht feucht, dann lässt sich das Knistern nicht verhindern. Gefährlich ist es aber nicht.

Die Kerze brennt einseitig ab. Kann ich das verhindern?

Das liegt meist am Docht, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg. Er sollte einfach vorsichtig gebogen werden, bis er wieder gerade und mittig steht. Um zu verhindern, dass die Kerze nach und nach hohl wird und dann kümmerlicher brennt, sollte sie immer so lange an bleiben, bis die ganze oberste Schicht Wachs flüssig geworden ist. Man spricht hier vom Brennteller. Übrigens: Reste von Streichhölzern bleiben besser nicht im Brennteller liegen. Denn fangen sie Feuer, können sie durch den Kerzenrand sinken wie ein Messer durch weiche Butter - und Wachs läuft aus.

Wie hält die Kerze besser im Ständer?

Einfach einen Klecks Wachs hineintropfen lassen. Und ist die Kerze zu dick für die Halterung? Ein Tipp der Gütegemeinschaft: Das untere Ende kurz in kochendes Wasser tauchen. Das Wachs lässt sich dann problemlos formen und somit auch in den Ständer stecken.

Wachs ist nicht gleich Wachs: Woraus sollten Kerzen bestehen?

Kerzen können etwa aus Paraffin, Stearin oder Bienenwachs sein. Das Bienenwachs mit langer Brenndauer ist ein Naturprodukt und daher aus Umweltsicht natürlich gut. Es darf nur so bezeichnet werden, wenn es ohne jegliche Beimischungen auskommt. „Allerdings ist das auch ein sehr wertvoller Rohstoff und das teuerste Material, denn es ist nur begrenzt verfügbar”, erklärt Dirk Petersen, Umweltexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. Solche Kerzen machten nur ein bis zwei Prozent des Marktes aus.

Auch Stearin ist ein nachwachsender Rohstoff aus pflanzlichem oder tierischem Ursprung. Er besteht zum Beispiel aus Palm- und Kokosfetten sowie Rindertalg. Allerdings werden für Palmfette Urwälder gerodet. Die Vorteile von Stearin: Es brennt lange, rußt wenig und tropft nicht. Wichtig: Stearinkerzen müssen zu mindestens 90 Prozent daraus bestehen, um so zu heißen. Oft wird aber Paraffin beigemischt, um zu vermeiden, dass das Wachs bröckelt.

Paraffin ist preiswerter. Es wird überwiegend aus Erdöl gewonnen und hat einen niedrigen Schmelzpunkt - es verbrennt also schneller. Hochwertigen Paraffinkerzen wird daher wiederum Stearin beigemischt.

Wie setze ich die Kerzen am sichersten auf den Weihnachtsbaum?

Sie sollten mit etwas Abstand zu anderen Zweigen und zum Baumschmuck befestigt werden. Die Aktion Das Sichere Haus rät zu je 25 Zentimeter Platz nach oben und zu den Seiten. Kerzen werden von oben nach unten angezündet und von unten nach oben gelöscht. Und natürlich dürfen sie nie unbeaufsichtigt bleiben. Eine schlechte Nachricht gibt es noch, Tradition hin oder her: Die Geschenke kommen besser nicht direkt unter den Baum mit brennenden Kerzen. Sie könnten sonst Feuer fangen.

(dpa)