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Münster/Frankfurt: Ein Kaffeegenuss mit kleinen Makeln

Münster/Frankfurt : Ein Kaffeegenuss mit kleinen Makeln

Der Internationale Tag des Kaffees am Sonntag, 1. Oktober 2017, kann besonders in Deutschland gefeiert werden: Rund 162 Liter trinkt jeder Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr. Mineralwasser kommt auf 148 Liter, Tee nur auf 28 Liter pro Kopf.

Doch statt über die Genüsse, die Geschmäcker und die Trends zu reden, sollte auch mal die Hygiene der Kaffeeautomaten und Padmaschinen in den Blick genommen werden.

Forscher haben herausgefunden, dass sich im Kaffeesatz und in gebrauchten Kapseln und Pads Keime ansiedeln. „Feuchter Kaffeesatz fördert das Wachstum von Schimmelpilzen“, erklärt Fritz Titgemeyer, Leiter des Labors für Lebensmittelmikrobiologie an der Fachhochschule Münster.

Bleibt ein altes Pad ein paar Tage lang in der Maschine, können beim nächsten Gebrauch Schimmelsporen im Padbehälter zurückbleiben, die dann in den Kaffee gelangen. „Es können sich hitzestabile Giftstoffe, sogenannte Mykotoxine, gebildet haben, die man weder sieht noch schmeckt.“

Auch Wasserbehälter und Kunststoffschläuche sind wahre Bakterienschleudern, wenn sie nicht gut gereinigt werden. „Dort können sich Bakterien in Form von Biofilmen ansiedeln“, erläutert Titgemeyer. Diese schleimartigen Ablagerungen sollten gründlich entfernt werden. „Allerdings sind sie auch in Schläuchen im Inneren der Maschine zu finden, an die der Nutzer nicht so ohne weiteres herankommt.“

Zwar haben viele Kaffeeautomaten Selbstreinigungsprogramme. Trotzdem bleibt für den Besitzer auch noch eine Aufgabe: „Man muss sich um die Maschine kümmern, zum Beispiel sollte man täglich das Wasser im Tank erneuern“, sagt Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Frankfurt.

„Hinweise unbedingt befolgen“

Trotz unterschiedlicher Technik der verschiedenen Modelle kann Scholz als Faustregel ausgeben: „Alle herausnehmbaren Teile sollten regelmäßig von Hand oder in der Spülmaschine gereinigt werden.“ Wie konkret vorzugehen ist, steht in der Bedienungsanleitung. „Die Hinweise dort sollte man unbedingt befolgen.“

Es gibt einige Stellen in Kaffeeautomaten und Padmaschinen, die besonders sensibel sind und besondere Pflege brauchen. „Überall, wo Wärme und Feuchtigkeit auftreten, muss gründlich geschaut werden“, rät Bärbel Neher vom Deutscher-Hausfrauen-Bund-Netzwerk Haushalt (DHB) in Karlsruhe. „Wassertank, Abtropfschale, Milchaufschäumer, Brühgruppe und Tresterbehälter sind sehr anfällig für Bakterien und Schimmel.“ Die Tipps im Detail:

Brühgruppe: Wer eine Maschine mit herausnehmbarer Brüheinheit hat, kann diese mit klarem Wasser ohne Spülmittel von Hand reinigen. „Einmal pro Woche reicht aus“, sagt Neher. Wichtig ist, die Brühgruppe gut trocknen zu lassen, bevor sie wieder in den Automaten eingesetzt wird. Sollte das Sieb verstopft sein, kann man versuchen, mit einem Pinsel die Löcher freizulegen.

„Brühgruppen, die nicht aus- gebaut werden können, sind in aller Regel so aufgebaut, dass kein Kaffeemehl austreten kann und so das Schimmelrisiko minimiert ist“, erläutert Neher. Hier genügt das Reinigungsprogramm des Herstellers, das meistens mit 70 Grad heißem Wasser arbeitet. Seine Notwendigkeit wird meist im Display angezeigt.

Auffangbehälter: Der Tresterbehälter nimmt den Kaffeesatz nach dem Zubereiten auf. „Er sollte jeden Tag geleert, gereinigt und gut getrocknet werden“, erklärt Scholz. „Das kennt man ja auch von der einfachen Filtermaschine.“ Auch die Tropfschale unter dem Kaffeeauslauf muss häufig gesäubert werden, wenn möglich in der Spülmaschine.

Milchschäumer: Der Milchschäumer sollte jeden Tag mit heißem Wasser gespült werden. Wichtig ist, dass keine Milchreste zurückbleiben und eintrocknen — sonst haben Keime ein leichtes Spiel.

Wassertank: „Auch der Wassertank muss täglich entleert, mit Bürste und Spülmittel gesäubert und gut abgetrocknet werden“, sagt Neher. „Das Wasser darf nicht zu lange darin stehen. Am besten ist es, das Wasser im Tank spätestens nach vier Stunden zu wechseln. Keinesfalls darf es über mehrere Tage darin verbleiben.“

Entkalken: Das regelmäßige Entkalken des Kaffeeautomaten ist wichtig, besonders bei sehr hartem Wasser. „Kalk setzt sich an den Oberflächen ab, und es bildet sich ein rauer Belag. An diesem können Bakterien viel besser haften als auf einer glatten Oberfläche“, erklärt Neher.