Der Ball ist rund! ? Über 100 Jahre Ballsport

Historie : Der Ball ist rund! Über 100 Jahre Ballsport

„Den Ball ins Rollen bringen“, ist eine viel und gern genutzte Redewendung. Sie besagt, dass nun eine Sache endlich in Angriff genommen wird. Der Ball an sich ist für viele Menschen von positiver Symbolik. Er steht für Aktivität, Bewegung, Motivation, aber auch für Regelmäßigkeit, Harmonie und Spaß.

Die rollenden und fliegenden Eigenschaften des Balles prädestinieren ihn für sportliche Spiele verschiedener Art. Bereits vor über 2000 Jahren warfen die Menschen in Griechenland und Rom die Bälle zum reinen Vergnügen hin und her. Dieses handballähnliche Spiel nannten die Römer „Harpastum“ und die Griechen „Harpaston“. Allgemein war das damals ein Art Mix aus Rugby und Handball.

Im Jahr 1917 erfand der deutsche Sportlehrer Max Heiser das Handballspiel, so wie wir es heute kennen. Anfangs waren es die Frauen, die an dem neuen Spiel Gefallen fanden. Ursprünglich war das damals noch „Torball“ genannte Spiel eine Alternative zum von der Männerwelt dominierten „Fußball“. Heiser stellte seine Damen wie beim Fußball auf.

Den professionellen Handball gab es zu dieser Zeit noch nicht, denn der Erfinder, eine heute in Dänemark ansässige Sportmarke, wurde erst 1923 in Deutschland gegründet. Diese stattete bereits große Fußballvereine wie Tottenham Hotspurs und Real Madrid aus und ist heute ein wichtiger Sponsor des internationalen Handballs.

Zu Beginn spielten die Frauen deshalb mit einem relativ großen Faustball aus Leder. Das Spiel diente letztendlich auch dazu, die Fitness der Damen zu steigern, denn viele der Männer waren im Ersten Weltkrieg an der Front und die Frauen mussten sich in den Fabriken verdingen. Zuvor schon suchte man gegen Ende des 19. Jahrhunderts Alternativen zum Fußball und erfand diverse Ballsportarten wie Raffball, Tamburinball und Schlagball.

Am 29. Oktober 1917 benannte Heiser sein neu erfundenes Spiel schließlich in „Handball“ um. Später entwickelte Turnlehrer Carl Schelenz Heisers Spiel weiter. Der Ball wurde verkleinert, es gab Zweikämpfe und deutlich mehr Würfe. Allmählich nahm das Spiel kämpferische Züge an, was schließlich auch die Männer begeisterte. Im Jahr 1921 fand die erste Deutsche Meisterschaft im Handball statt. Vier Jahre später wurde das erste Länderspiel ausgetragen. Im Jahr 1927 gab es weltweit bereits mehr als 12.000 Mannschaften.

Der Unterschied zwischen Hand- und Volleyball

Eine weitere beliebte Sportart ist Volleyball. Die Ursprünge des Volleyballs liegen in den USA. Die Sportart entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts und ist mittlerweile ebenfalls weltweit etabliert. 222 nationale Verbände gehören dem Weltverband FIVB an.

Seit dem 20. Jahrhundert ist Volleyball auch olympisch und wird im Rahmen von Weltmeisterschaften ausgetragen. Volleyball unterscheidet sich maßgeblich vom Handball. Zu einer Volleyballmannschaft gehören in der Regel sechs Spieler. Ein Netz befindet sich in der Mitte des Platzes und unterteilt dieses in zwei Spielfelder. Auf jeweils einer Seite befindet sich eine Mannschaft. Die gegnerischen Teams stehen sich also getrennt gegenüber.

Beim Volleyball dürfen die Spieler den Ball berühren, aber nicht fangen. Der Ball darf nicht auf dem Boden aufkommen und muss nach dreimaligem Zuspielen auf der anderen Seite des Netzes landen. Handball ist hingegen ein Vollkontaktsport. Eine Mannschaft setzt sich aus jeweils sieben Spielern zusammen. Es gibt wie beim Fußball zwei Tore und es ist üblich, den Ball zu fangen und beim Laufen zu dribbeln.

Im Gegensatz zum Fußball darf der Handball aber nicht mit dem Fuß berührt werden. Allgemein ist Volleyball heute populärer als Handball. Eine Variante ist das beliebte Beachvolleyball, das an nahezu jedem Badestrand gespielt wird.

(vo)