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Düsseldorf/Halle: Zur Ruhe kommen mit Ayurveda: Wellness auch für kleine Geldbeutel

Düsseldorf/Halle : Zur Ruhe kommen mit Ayurveda: Wellness auch für kleine Geldbeutel

Immer mehr Menschen leiden unter Stress, Bluthochdruck oder chronischer Erschöpfung. Viele Betroffene wollen sich aber bei der Behandlung nicht auf die moderne Schulmedizin verlassen - und wenden sich anderen Heilmethoden zu. Ayurveda ist eine Alternative, von der sich viele ein schmerz- und stressfreies Leben erhoffen.

Dabei bietet die alt-indische „Lehre vom gesunden Leben” zahlreiche Methoden, mit deren Hilfe sich Krankheiten von vornherein vermeiden lassen, sagt Iris Hüttner, Ayurveda-Beauftragte des Deutschen Wellness Verbandes in Düsseldorf. Grundlage sei ein gesunder Lebensstil. „Dazu gehört eine ausgewogene, gesunde Ernährung genauso wie ein hohes Maß an Körperhygiene mit morgendlichen warmen Duschen, Ölmassagen und Nasenspülungen.” Meditation und Yoga bringen Ruhepausen in den Tag, die der Körper dringend benötige.

Doch auch eine noch so gesunde Lebensführung ist keine Garantie für andauerndes Wohlbefinden. Aber auch hier könne Ayurveda helfen, sagt Hüttner. Entsprechend ausgebildete Ärzte gingen anders an die Diagnose heran als viele Schulmediziner: „Ayurveda behandelt den ganzen Menschen und nicht nur seine Krankheit.” Bei Bluthochdruck stehe zum Beispiel die Entspannung des Patienten im Vordergrund und nicht das Verschreiben von Medikamenten.

„Dabei geht es nicht unbedingt ums Meditieren”, betont Hüttner. Dem Betroffenen werden viel eher regelmäßige Spaziergänge verordnet, bei denen er nicht reden sollte. Außerdem bekommt er den Rat, auf bestimmte Genussmittel wie zum Beispiel Kaffee und Alkohol zu verzichten und stattdessen jeden Tag ein großes Glas warmes Wasser zu trinken. „So kann der Körper nach und nach zur Ruhe kommen und wird von innen gereinigt.”

Doch wer sich von einem Ayurveda-Arzt behandeln lassen will, sollte einiges beachten. Um in diesem Beruf in Deutschland zugelassen zu werden, muss der Arzt ein schulmedizinisches Studium vorweisen können. Zusätzlich sollte er sich sein fachliches Wissen über die alt-indische Heilmethode bei längeren Studienaufenthalten im Herkunftsland angeeignet haben. Das kann ein Patient leicht durch eine Nachfrage im Vorgespräch herausfinden.

Außerdem darf der Mediziner keine Heilungsversprechen machen oder seinen Patienten zur Behandlung drängen. „Von einem erfahrenen Ayurveda-Arzt wird man ausführlich untersucht und bekommt danach den Behandlungsplan verordnet”, sagt Nikolaus Hirschmann von der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda in Berlin. „Alle Behandlungen werden immer von zwei Therapeuten synchron durchgeführt.”

Das sei beim Wellness-Ayurveda allerdings anders, schränkt der Experte ein. In diesem Bereich gibt es in Deutschland noch keine Qualitätsstandards. Kurhäuser, die solche Wellness-Aufenthalte anbieten, sind daher nach Einschätzung des Deutschen Wellness Verbandes vor allem auf Touristen eingestellt.

Wichtig ist es, wenn möglich, die hygienischen Verhältnisse der Einrichtung zu prüfen und auch hier nach der Ausbildung der behandelnden Person zu fragen. Außerdem lässt sich vorher abklären, ob das Öl, das zur Anwendung kommt, zur persönlichen Konstitution passt und vorher auf Körpertemperatur erwärmt wird. Und mit einer speziellen Diagnose wie Bluthochdruck, Migräne oder Herzrhythmusstörungen sollten Patienten nur nach ausführlicher Information anreisen.

Wer sich Massagen und Ölkuren in teuren Kurhäusern nicht leisten kann, muss auf die indische Wellness trotzdem nicht verzichten: Inzwischen bieten viele Apotheken und das Internet Ayurveda auch für den kleinen Geldbeutel.

Christa Bergmann von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) warnt allerdings vor Tees, Vitaminpillen und anderen Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Internet: „Im vergangenen Jahr wurde in Tests nachgewiesen, dass importierte Ayurveda-Produkte giftige Schwermetalle enthielten.” Dabei sei festgestellt worden, dass die Richtwerte für Arsen um das 49 000-fache und für Quecksilber um das 7800-fache überschritten wurden.

„Wenn man diese Produkte konsumiert, kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Schwächeanfällen oder sogar Vergiftungen kommen”, warnt die Verbraucherschützerin. Sie rät daher: „Wer im Internet bestellen will, sollte darauf achten, dass der Vertreiber Laborproben anbietet und damit nachweisen kann, dass er das, was er verkauft, vorher getestet hat.” Besser sei es, Ayurveda-Produkte nur in der Apotheke nach einer professionellen Beratung zu erwerben. Nur dann könne man sichergehen, seinem Körper auch wirklich etwas Gutes zu tun - und das ist ja schließlich der Sinn von Ayurveda.