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Frankfurt/Main: Zahl der Organspender sinkt

Frankfurt/Main : Zahl der Organspender sinkt

Die Zahl der Organspender ist erstmals seit Jahren wieder gesunken. „Nach dem kontinuierlichen Aufwärtstrend in den letzten drei Jahren ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen”, musste die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Freitag in Frankfurt vermelden.

Die Krankenhäuser hätten deutlich weniger potenzieller Spender an die Koordinierungsstelle gemeldet. Über die Gründe könne man nur spekulieren, hieß es bei der Stiftung: „Eine Ursache könnte der zunehmende Personalmangel auf den Intensivstationen sein”.

Nach vorläufigen Zahlen haben bis Mitte des Jahres insgesamt 586 Menschen nach ihrem Tode Organe gespendet. Das sind 81 Spender weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2007 waren es 667 gewesen. Damit sank auch die Zahl der zur Verfügung stehenden Organe von 2074 auf 1923, wie die DSO berichtete.

„Der bundesweite Rückgang der Organspenden ist vor allem aus Sicht der Patienten auf den Wartelisten sehr bedauerlich”, erklärte Prof. Günter Kirste, medizinischer Vorstand der DSO. Denn noch immer warteten bundesweit 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation. Als hoffnungsvolles Signal sieht die DSO die positiven Entwicklungen in den Regionen Nord-Ost, Ost und Nordrhein- Westfalen. Dort laufe die Entwicklung dem bundesweiten Trend entgegen.

Die DSO ist seit 2000 die bundesweite Koordinierungsstelle für Organspende. Sie unterstützt die Krankenhäuser im Organspende-Prozess und stimmt die Zusammenarbeit mit der internationalen Vermittlungsstelle für Spenderorgane (Eurotransplant) und den rund 50 Transplantationszentren in Deutschland ab.