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Berlin: Wenn Kinder plötzlich stürzen: Mögliches Zeichen für Doose-Syndrom

Berlin : Wenn Kinder plötzlich stürzen: Mögliches Zeichen für Doose-Syndrom

Wenn Kinder plötzlich stürzen oder in sich zusammensacken, kann eine seltene Form der Epilepsie im Kindesalter dahinter stecken: das Doose-Syndrom. Manchmal fällt auch nur der Kopf vornüber, oder die Augenlider zucken kurz. Auch wenn die Muskeln verkrampfen oder Bewusstseinspausen auftreten, können das Hinweise sein.

Darauf weisen die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Bundesärztekammer in einer Patienteninformation hin. Die Erkrankung beginnt meist im Alter zwischen ein und fünf Jahren und trifft ungefähr 1 von 10.000 Kindern. Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Bei vielen Kindern verliert sich die Krankheit nach mehreren Jahren. Bei anderen treten die Anfälle trotz Behandlung weiter auf, und die geistige Entwicklung wird beeinträchtigt.

Behandelt werden die Anfälle entweder mit Medikamenten, die die Anfälle unterdrücken sollen, oder mit bestimmten Hormonen. Auch eine spezielle Diät - eine sehr fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung - kann helfen. Eltern sollten die Anfälle gut beobachten, etwa was die Dauer und den Verlauf angeht, und wenn möglich auf Video aufnehmen - das kann den behandelnden Ärzten helfen. Die Bewegungen während des Anfalls sollten Eltern nicht unterbinden. Nach spätestens fünf Minuten sollten die Eltern ihrem Kind das vom Arzt verordnete Notfallmedikament geben. Manchen Eltern kann es helfen, sich zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe mit anderen Eltern auszutauschen.

(dpa)