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Katastrophenschutz: Was tun, wenn die Erde bebt?

Katastrophenschutz : Was tun, wenn die Erde bebt?

In der Kölner Bucht, in der auch Aachen liegt, kommt es immer wieder zu leichten Erdbeben. Meistens entstehen dabei keine Schäden. Doch wie verhält man sich im Ernstfall richtig?

Einige Menschen in der Städteregion sind am Morgen des 2. Januar 2021 wohl erschreckt worden: Plötzlich wackelte die Erde. Die Richterskala zeigte einen Wert von 2,8. Kein starkes Beben – Schäden blieben aus. Doch wie verhält man sich richtig, wenn die Erde einmal stärker in Bewegung geraten sollte? Hier gibt es ein paar Antworten:

Wovon geht bei einem Erdbeben die größte Gefahr aus?

Besonders gefährlich sind herabfallende Gegenstände, sowohl im Haus wie auch außerhalb des Hauses.

 Wie verhalte ich mich, wenn ich während eines Erdbebens in einem Gebäude bin?

Die größte Gefahr sind auch im Haus herabfallende Gegenstände. Daher ist es dringend angeraten, unter einem stabilen Tisch, dem Bett oder in einem Türrahmen Deckung zu suchen, schreibt das Bundesamt für Umwelt der Schweiz. Außerdem ist ausreichender Abstand von instabilen Möbelstücken oder Fenstern einzuhalten. Zum Schutz vor Glassplittern sollte man den Kopf mit verschränkten Armen schützen.

Wenn sich auch der Tisch bewegt, soll ich dann besser wo anders Schutz suchen?

Nein, es ist am besten, sich am Tisch festzuhalten – auch dann, wenn er sich durch die Erschütterung bewegt.

 Was tun, wenn ich keine Deckung finde?

Wenn es keine Möglichkeit gibt, in Deckung zu gehen, kann man sich vor eine tragende Innenwand legen. Es ist wichtig, dass an der Wand keine schweren Gegenstände (Regale, Spiegel oder Bilderrahmen) hängen. Je weiter entfernt das nächste Fenster oder die nächste Außenwand ist, umso besser.

Ist es nicht besser, das Haus schnellstmöglich zu verlassen?

Das Haus sollte nur verlassen werden, wenn ein Ausgang direkt in der Nähe ist. Die Gefahr, durch herunterfallende Gegenstände, Glassplitter oder Ähnliches verletzt zu werden, ist zu hoch. Eine überstürzte Flucht ist nicht angeraten, schreibt der Geologische Dienst des Landes NRW. Treppenhäuser und Fahrstühle sollten nicht genutzt werden.

Die Erde hat aufgehört zu beben. Was mache ich jetzt?

Erst einmal abwarten. Oft folgen auf ein Erdbeben noch Nachbeben. Wenn möglich, das Radio oder den Fernseher einschalten und sich informieren, wie die Gefahrenlage von Experten bewertet wird. Das Haus sollte erst verlassen werden, wenn keine Gefahr durch herabfallende Gegenstände mehr besteht.

Was ist mit Gas- und Stromleitungen?

Es ist ratsam, nach dem Erdbeben zu prüfen, ob Strom- und Gasleitungen beschädigt worden sind. Ist das der Fall, ist sowohl die Strom- als auch die Gaszufur möglichst schnell auszuschalten. Daher sollte man wissen, wo sich die Anschlüsse im Haus befinden.

 Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich gerade draußen bin, wenn die Erde bebt?

Auch draußen ist die Gefahr groß, durch herabfallende Gegenstände, Gebäudeteile oder Splitter verletzt zu werden. Eine weite Fläche mit wenigen Bäumen, Straßenlaternen und Stromleitungen ist am sichersten.

Dringend zu meiden sind Steilhänge. Es können sich einzelne Steine oder auch große Teile des Hangs lösen und herabfallen. Auch an Uferbereichen sollte man sich nicht aufhalten.

 Was mache ich, wenn ich im Auto unterwegs bin?

Die Grundregel lautet: im Fahrzeug bleiben. Am besten auf einer möglichst freien Fläche, mit Abstand zu Gebäude, Straßenlaternen und Stromleitungen. Auch das Halten unter oder auf einer Brücke, innerhalb eines Tunnels oder einer Unterführung, ist dringend zu vermeiden. Erdbeben können dafür sorgen, dass sich schwere Teile von diesen Bauten lösen und herabfallen. 

Es bebt und rumpelt an der Küste. Was tun?

Dann heißt es: So schnell wie möglich ins Landesinnere, am besten an einen erhöhten Ort. Denn Erdbeben unter Wasser können Tsunamis auslösen, wie etwa der, der sich 2004 in Thailand ereignete. Die Welle riss damals rund 200.000 Menschen in den Tod. Den sicheren Ort erst verlassen, wenn es Entwarnung gibt.