Was Mann für seine Prostatagesundheit tun kann

Vorsorge : Was der Mann für seine Prostatagesundheit tun kann

Beim Thema Männergesundheit sollte einem kleinen, versteckten Organ besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden: der Prostata.

Die Vorsteherdrüse befindet sich unterhalb der Harnblase und produziert ein Sekret für den Samenerguss. Eine Erkrankung kann zu äußerst unangenehmen Beschwerden führen.

Prostatagesundheit dreht sich nicht nur um Krebsvorsorge

Bei Prostata denken viele zuerst an Krebs. Und in der Tat gehört Prostatakrebs zu den häufigsten Tumorarten bei Männern. Wird Prostatakrebs im Frühstadium entdeckt, lässt er sich meist erfolgreich behandeln. Das tückische ist, dass er lange Zeit kaum Beschwerden verursacht. Deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr so wichtig für die Männergesundheit.

Es gibt auch andere Prostataerkrankungen, die zwar spürbare Probleme verursachen, die aber nicht immer gleich mit der Vorsteherdrüse in Verbindung gebracht werden. Prostataschmerzen treten in ganz verschiedenen Formen auf: als Druckschmerz, Ziehen, Stechen oder auch Taubheitsgefühl. Sie können einseitig oder beidseitig empfunden werden und vom Hodenansatz bis zu den Lenden und in den gesamten Unterleib ausstrahlen. Wer solche Symptome über mehrere Tage oder gar Wochen bemerkt, sollte sich von einem Urologen untersuchen lassen. Denn dahinter kann eine Prostatitis - eine Entzündung der Vorsteherdrüse - stecken.

Auslöser sind häufig Bakterien, aber auch Blasenentleerungsstörungen und psychische Faktoren kommen infrage. Die Ursachenforschung ist hier keinesfalls schon am Ende angelangt, aber so viel ist klar: Prostatagesundheit hat nicht nur etwas mit dem Alter zu tun, wie viele fälschlicherweise annehmen.

Wie der Lebensstil die Prostatagesundheit beeinflusst

Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige sportliche Betätigung fördern selbstverständlich die Männergesundheit im Allgemeinen. Dass Rauchen und Alkohol in größeren Mengen ungesund sind, ist auch nicht neu. Aber was genau begünstigt oder beeinträchtigt die Prostatagesundheit im Speziellen?

Langes Sitzen, wie es heutzutage in den meisten Berufen erforderlich ist, kann zu einem Blutstau im Prostatagewebe führen. Gewebe, das nicht ausreichend durchblutet und mit frischem Sauerstoff versorgt wird, wird geschwächt. Dem beugt Bewegung vor. Laufen ist dabei besser als Radfahren, denn der Sattel übt ebenfalls Druck auf die Prostata aus.

Auch regelmäßige Samenergüsse sollen gut für die Prostatagesundheit sein. Vor jeder Ejakulation wird die Prostata aktiviert. Möglicherweise werden dadurch schädliche Stoffe aus der Prostata gespült. Die genauen Zusammenhänge werden noch erforscht.

Durch Ernährung einer Prostatavergrößerung vorbeugen?

In der fünften Lebensdekade eines Mannes beginnt die Prostata langsam zu wachsen. Grund dafür sind hormonelle Veränderungen. Dieser natürliche Prozess ist an sich nicht krankhaft, kann aber schwerwiegende Folgen haben. Da die Vorsteherdrüse die Harnröhre umschließt, treten bei vielen Betroffenen mit fortschreitendem Wachstum Probleme beim Wasserlassen auf. Dieser typischen Nebenwirkung des Älterwerdens lässt sich nur wenig entgegensetzen. Phytoöstrogenhaltige Lebensmittel wirken ausgleichend auf den Hormonhaushalt und können möglicherweise das Wachstum etwas verlangsamen. Die pflanzlichen Hormone kommen besonders häufig in Soja, Leinsamen, Kürbiskernen, Erdbeeren und Oliven vor.

Durch Ernährung allein lässt sich die gutartige Prostatavergrößerung jedoch keinesfalls aufhalten. Glücklicherweise gibt es verschiedene erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeiten. Dazu ist es allerdings notwendig, sich nicht zu lange allein mit Beschwerden zu quälen. Manchmal ist es für die Prostatagesundheit am besten, einfach einen Arzt aufzusuchen.

(vo)
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