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London: Warnung: Höchste Hautkrebsgefahr durch Solarien

London : Warnung: Höchste Hautkrebsgefahr durch Solarien

Von Solarien geht nach Experteneinschätzung eine eben so große Krebsgefahr wie von Zigaretten aus. Wer sich noch vor seinem 30. Lebensjahr regelmäßig der UV-Strahlung aussetzt, erhöht sein Hautkrebsrisiko um 75 Prozent. Die größte Gefahr bestehe somit für Kinder oder junge Erwachsene.

Zudem hätten Untersuchungen auch einen Zusammenhang zwischen Bräunungsgeräten und Krebserkrankungen des Auges ergeben, warnte die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC). Daher stufte die Agentur Solarien und andere UV-Bräunungsgeräte in die höchste Krebsrisiko-Kategorie ein, wie die Fachzeitschrift „The Lancet Oncology” (Bd. 10, S. 751) am Mittwoch berichtete.

Damit werden Solarien als „krebserregend” bewertet. Bislang waren sie nur als „wahrscheinlich krebserregend” eingestuft worden. Nunmehr wird die Gefahr von Solarien aber auf eine Stufe mit der Gefahr von Zigaretten oder Asbest gestellt. Die internationalen Experten der IARC beraten die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Angesichts der neuen Einstufung appellierte die Solarienbranche an die Vernunft der Kunden. „Eine übertriebene Besonnung ist schädlich”, warnte Norbert Schmid-Keiner, der Vorsitzende des Bundesfachverbandes Solarien und Besonnung (Photomed) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Trotz vieler Aufklärungsversuche in den Sonnenstudios gebe es unter den Solariums-Kunden noch viele „unvernünftige Hard-Core-Bräuner”, die an die 20 Minuten unter der künstlichen Sonne lägen.

Der Verband, in dem 1200 der bundesweit mehr als 4000 Sonnenstudios organisiert sind, will deshalb verstärkt Personal schulen. Die Sonnenstudio-Besitzer seien aber in einer schwierigen Situation, genau wie Wirte, die einen hohen Alkoholkonsum ihrer Gäste beobachten: „Kneipiers schmeißen ihre Gäste auch nicht raus.” Zwar könne man unvernünftigen Sonnenanbetern den Zutritt verwehren oder sie rausschmeißen. „Das überlegt man sich als Geschäftsmann aber.”

Der gelernte Mediziner, der selbst kein Sonnenstudio betreibt, aber im Winter nach eigenen Angaben ins Solarium geht, setzt auch auf gesetzliche Regelungen. So sei etwa der Zutritt ab August nur noch für Kunden ab 18 Jahren erlaubt. Schmid-Keiner zufolge sollte man sich zudem an die „klare Empfehlung” des Bundesamtes für Strahlenschutz halten, wonach man sich jährlich nicht mehr als „50 Besonnungen” - inklusive natürlicher Sonne - aussetzen sollte. Für einen mittleren Hauttyp (III) würde dies ihm zufolge etwa bedeuten: 50 mal eine Viertel-Stunde.