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Bonn: Vorsorge sinnvoll: Früh behandelter Hautkrebs hinterlässt kaum Spuren

Bonn : Vorsorge sinnvoll: Früh behandelter Hautkrebs hinterlässt kaum Spuren

Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung weltweit. In Deutschland sterben pro Jahr 2700 Menschen daran. Wird er jedoch rechtzeitig erkannt und behandelt, ist er in vielen Fällen heilbar. Hauptrisikofaktor ist noch immer die UV-Strahlung. Dabei ist es unerheblich, ob sie aus dem Solarium kommt oder von der Sonne stammt.

Wie groß die Gefahr für eine Erkrankung ist, hängt unter anderem mit dem Hauttyp zusammen. Generell gibt es sechs verschiedene Typen: „Typ eins und zwei haben blonde oder rote Haare, helle Haut mit Sommersprossen und bekommen sehr schnell einen Sonnenbrand - diese Menschen sind besonders anfällig für Hautkrebs”, sagt Eva Kalbheim von der Deutschen Krebshilfe in Bonn.

Doch auch Personen mit dunklerer Haut und Haaren können an Hautkrebs erkranken. „Neben den genetischen Risikofaktoren beeinflusst nämlich auch das individuelle Verhalten die Entstehung des Krebses”, sagt Kalbheim. Ausgiebige Sonnenbäder und Sonnenbrand besonders in jungen Jahren erhöhen das Risiko enorm.

Eine Studie mit etwa 100 000 Frauen aus Norwegen und Schweden habe ergeben, dass eine hohe Dosis UV-Strahlung im jungen Erwachsenenalter besonders viel Schaden anrichten kann, erklärt der Biophysiker Rüdiger Greinert vom Dermatologischen Zentrum in Buxtehude. „Die Nutzung von Solarien vor dem 35. Lebensjahr erhöht laut der Studie das Risiko für das Auftreten von Schwarzem Hautkrebs im späteren Leben um 75 Prozent.” Gerade diese Altersgruppe bräune sich aber oft in Sonnenstudios.

Die Studie habe außerdem gezeigt, dass die meisten Solariengänger zwar die Gefahren des künstlichen Bräunens kennen - aber nicht entsprechend handeln. „Deshalb fordert die Strahlenschutzkommission den Gesetzgeber auf, Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren die Benutzung von Solarien zu untersagen”, fügt Greinert hinzu.

In Deutschland gibt es kein Gesetz, das zur Hautkrebsvorsorge verpflichtet. Mediziner empfehlen daher, regelmäßig die eigene Haut zu kontrollieren. „Etwa alle zwei Monate sollte man die Haut am gesamten Körper auf Veränderungen untersuchen. Juckt oder blutet eine Hautstelle ohne erkennbaren Grund, sollte man einen Arzt aufsuchen”, rät Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) in Hamburg.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern außerdem die dunklen Muttermale. In den Pigmenten können sogenannte maligne Melanome, also der „Schwarze Hautkrebs”, entstehen. Sie sind die gefährlichste Art des Hautkrebses, denn sie bilden häufig Metastasen. „Wenn man seine Muttermale untersucht, sollte man nach der sogenannten A-B-C-D-Regel vorgehen”, erläutert Breitbart.

Das A steht dabei für Asymmetrie. Ein gefährliches Muttermal hat eine ungleichmäßige Form und ist nicht rund oder oval wie normale Hautflecken. Auch die Begrenzung (B) des Muttermals ist von Bedeutung. „Ist der Rand eines Mals unregelmäßig oder nach außen hin verwaschen, besteht Grund zur Besorgnis”, sagt Breitbart. Gesunde Male sollten scharf abgegrenzt und regelmäßig sein.

C steht für den englischen Begriff „Colour” (Farbe). Ein harmloses Muttermal ist einfarbig hellbraun. Verschiedene Brauntöne in einem Hautfleck können ein Warnsignal sein. D schließlich bezieht sich auf den Durchmesser. „Früher riet man zum sogenannten Bleistifttest”, so Breitbart. „Wenn ein Muttermal kleiner als das stumpfe Ende eines Bleistiftes war, ging man davon aus, dass es ungefährlich ist.” Davon sei man heute abgekommen. Er rät dazu, auch Muttermale mit einem Durchmesser von nur zwei Millimetern zu beobachten.

Beim Verdacht, dass sich ein Muttermal oder eine andere Hautstelle besorgniserregend verändert hat, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Hautkrebs entwickelt sich zwar nur langsam. „Trotzdem muss man ihn in einem frühen Stadium erkennen und behandeln, damit das Leben in keiner Weise beeinträchtigt wird”, sagt der Experte. Zu Beginn sei jeder Hautkrebs nur sehr begrenzt und könne keine Metastasen ausbilden. Operiere man ihn in diesem Stadium heraus, bleibe nicht mehr als eine kleine Narbe zurück.

Kostenlose Hautkrebs-Vorsorge

Auch gesunde Menschen können etwas tun, um ihr Hautkrebsrisiko zu verringern. Ab dem 1. Juli haben alle gesetzlichen Versicherten ab 35 Jahren das Recht, sich im Abstand von zwei Jahren von einem speziell geschulten Mediziner auf verdächtige Hautveränderungen untersuchen zu lassen. Die Kosten dafür und auch die Praxisgebühr übernimmt die Krankenkasse. „Doch auch wenn man zu diesen Untersuchungen geht, sollte man seine Haut weiterhin selbst beobachten”, sagt Eva Kalbheim von der Deutschen Krebshilfe in Bonn. Denn das Haut-Screening sei keine absolute Garantie dafür, dass in den zwei Jahren zwischen den einzelnen Sitzungen die Krankheit nicht doch ausbricht.