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Wuppertal: Vorsicht Milch: Wie Nahrungsmittel die Arzneiwirkung mindern können

Wuppertal : Vorsicht Milch: Wie Nahrungsmittel die Arzneiwirkung mindern können

Einzelne Nahrungsmittel können die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen. So schwächen Milchprodukte die Wirkung von Antibiotika.

„Was auf dem Beipackzettel steht, ist kein Jux”, mahnt Pharmakologin Petra Thürmann vom Helios Klinikum in Wuppertal: „Grundsätzlich sollte man die Anweisungen streng einhalten und alle Tabletten nur mit Wasser nehmen.” Denn einzelne Nahrungsmittel können die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen.

So schwächen Milchprodukte die Wirkung von Antibiotika. Die darin enthaltenen Wirkstoffe wie beispielsweise Doxycyclin verbinden sich mit dem Kalzium in der Milch zu sogenannten Komplexen. Diese Klümpchen seien zu groß, um über die Darmwand in das Blutsystem und somit an ihren Wirkort zu gelangen. Stattdessen werde das Antibiotikum unverrichteter Dinge wieder ausgeschieden.

Gleiches gelte für Osteoporose-Mittel mit den Wirkstoffen Clodronat, Tiludronat oder Etidronat. Deren Aufnahme werde ebenfalls durch Kalzium gehemmt. Auch Kaffee und bestimmte Antibiotika, die sogenannten Gyrasehemmer, vertragen sich nicht. Das Medikament hemme den Abbau des Koffeins im Körper. Und das führe zu Schlafstörungen und Herzrasen, erläutert die Expertin.

Vorsicht auch bei Grapefruitsaft: Die darin enthaltenen Flavonoide könnten die Arbeit des Leber-Enzyms CYP3A4 behindern, erklärt Thürmann. Dieses Enzym sei aber wichtig für den Abbau von mehr als der Hälfte aller Arzneimittel. Die Folge: Einige Arzneistoffe können nicht richtig entsorgt werden, verbleiben stattdessen im Körper und wirken hier ungewollt weiter.