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Genf: Vereinte Nationen: Welt ist noch nicht gegen eine Pandemie gerüstet

Genf : Vereinte Nationen: Welt ist noch nicht gegen eine Pandemie gerüstet

Die Welt ist nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) noch nicht ausreichend gegen eine mögliche weltweite Grippe- Epidemie gerüstet.

Die Abwehr einer solchen Pandemie, die etwa durch ein mutiertes Vogelgrippevirus ausgelöst werden könnte, brauche noch bis zu drei Jahre Vorbereitungszeit, sagte der UN-Koordinator für Vogelgrippe und Influenza, David Nabarro, am Mittwoch in Genf. „Es bedarf noch harter Arbeit”, betonte Nabarro.

Das aggressive Vogelgrippevirus H5N1 ist laut Nabarro bisher in rund 60 Ländern bei Tieren nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat etwa 330 H5N1-Infektionen bei Menschen registriert, mehr als 200 sind gestorben. Bislang ist das Virus für Menschen nur schwer ansteckend und nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Mediziner fürchten jedoch, dass es zu einer auch für Menschen hochansteckenden Form mutieren könnte, oder ein anderes hochansteckendes und schwerkrank machendes Grippevirus auftreten könnte. „Wir können auch nicht sagen, wann das geschehen wird. Aber wir werden eine Pandemie erleben - irgendwann in der Zukunft - und darauf müssen wir vorbereitet sein”, warnte Nabarro.

Vom 4. bis 6. November wird sich eine internationale Ministerkonferenz auf Einladung der indischen Regierung in Neu Delhi mit diesem Thema befassen. Insgesamt seien von der internationalen Gemeinschaft 2,5 Milliarden US-Dollar (knapp 1,8 Milliarden Euro) zur Bekämpfung der Vogelgrippe und vor allem zur Unterstützung lokaler Behörden zugesagt worden.

Davon seien eine Milliarde als Darlehen, der Rest als Spende bereitgestellt worden. Von den Spenden seien nun 96 Prozent aufgebraucht, so dass die internationale Gemeinschaft mehr Geld bereitstellen müsse, sagte Nabarro.