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Freiburg: Unterdrückter Niesanfall ist ungefährlich

Freiburg : Unterdrückter Niesanfall ist ungefährlich

Meistens passiert es ausgerechnet an der leisesten Stelle des Geigenkonzerts: Es kribbelt in der Nase, und ein kräftiger Nieser kündigt sich an. Um den Umsitzenden den Kunstgenuss nicht zu vermiesen, versuchen viele Menschen, das Niesen zu unterdrücken.

Und wenn es sein muss, spricht auch nichts dagegen: „Ein ansonsten gesunder Mensch hat keinen Schaden zu befürchten, wenn er ein Niesen unterdrückt”, sagt Michael Deeg vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte.

Die Angst vor platzenden Hirngefäßen oder Schäden am Trommelfell hält der Mediziner für unbegründet. „Allerdings ist es besser, wenn man beim unterdrückten Niesen den Druck durch den Mund entweichen lässt”, sagt Deeg.

Das Niesen jedes Mal zu unterdrücken, sei ohnehin ungünstig. Schließlich handle es sich dabei um eine Abwehrreaktion des Körpers, die auch ihren Sinn habe. „Durch den heftigen Luftstoß beim Niesen werden Fremdkörper aus der Nase befördert. Und bei einer starken Erkältung hilft das Niesen auch, den Rachenraum von Schleim zu befreien”, sagt Deeg. Das laute Schreien beim Niesen könne mit etwas Übung aber jeder so gut kontrollieren, dass es beim Sitznachbarn nicht mehr zu schockartigen Zuständen führt.