Bremen: Übertriebene Hygienemaßnahmen sind bei Kopfläusen unnötig

Bremen: Übertriebene Hygienemaßnahmen sind bei Kopfläusen unnötig

Kopfläuse jucken fürchterlich, sind ein bisschen eklig und immer schwingt die Frage mit: Können Kopfläuse durch Mützen, Kämme oder Bettwäsche von Kopf zu Kopf übertragen werden?

Jetzt kann Entwarnung gegeben werden. „Wissenschaftler der James Cook Universität in Townsville, Australien haben weltweite Studien zur Kopflausübertragung ausgewertet und selbst geforscht”, sagt der Bremer Dermatologe Uwe Schwichtenberg. „Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es nahezu ausgeschlossen ist, Kopfläuse durch Mützen und Co. zu übertragen.”

Die Wissenschaftler haben 1000 Mützen von Schulkindern mit Kopfläusen untersucht und nicht eine einzige Laus wurde gefunden. Außerdem ließen die australischen Forscher Fußböden von insgesamt 118 Klassenräumen einer Grundschule absaugen, in der aktuell Schüler unter Kopfläusen litten. „Bei der Analyse haben sie dann weder Läuse noch Eier gefunden”, sagt Schwichtenberg.

Außerdem untersuchten sie 48 Kopfkissen von Menschen mit Kopfläusen und nur auf zwei Kissen entdeckten sie jeweils eine einzige Larve. „Wenn Sie die Wäsche bei 90 Grad in die Waschmaschine stecken, sterben die Parasiten”, sagt Schwichtenberg.

Übertriebene Hygienemaßnahmen seien bei Kopflausbefall also in der Regel unnötig. „Betroffene sollten sich im Kampf gegen die Läuse lieber auf den Kopf konzentrieren”, sagt Schwichtenberg. Um die Parasiten schnellstmöglich wieder loszuwerden, eigneten sich am besten Kopflauspräparate auf Basis von Silikonölen.

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