Berlin: Trotz Krankheit zur Arbeit: Mögliche Spätfolgen im Blick behalten

Berlin: Trotz Krankheit zur Arbeit: Mögliche Spätfolgen im Blick behalten

Zur Arbeit gehen sollte nur, wer sich gut und fit fühlt. Doch Arbeitnehmer sind häufig verunsichert, wann sie zu krank sind und besser zu Hause bleiben sollten.

Laut Weltgesundheitsorganisation ist gesund der Zustand des vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens.

„Aber die Belastung am Arbeitsplatz wird individuell empfunden und die Beanspruchung ist abhängig vom Beruf beziehungsweise der Tätigkeit”, sagt Anette Wahl-Wachendorf, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Präsidiumsmitglied des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte. „Es gibt also keine allgemeine Maßgabe dafür, wer wann zu krank zum Arbeiten ist.” Das müsse letztlich individuell entschieden werden.

„Wer sich unwohl fühlt, sollte aber auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen”, sagt Wahl-Wachendorf. Denn wer beispielsweise eine fiebrige Erkältung verschleppe, riskiere eine Herzbeutelerkrankung. Aber nicht nur Fieber, Schnupfen und andere körperlichen Symptome können Anzeichen dafür sein, dass ein Tag im Büro oder auf der Baustelle nicht sinnvoll ist. „Auch wer sich seelisch nicht gut fühlt, kann zu krank zum Arbeiten sein”, sagt Wahl-Wachendorf. „Das wissen wir nicht erst seit dem Burn-Out-Syndrom.”

Der Krankenstand sinke in Deutschland zwar seit Jahren auf momentan etwa vier Prozent, aber es komme dennoch immer wieder vor, dass Mitarbeiter sich krank zur Arbeit quälten, sei es aus Angst um den Arbeitsplatz oder aus falsch verstandenem Pflichtgefühl. „Aber wer sich nicht gut fühlt, kann nicht konzentriert und fehlerfrei arbeiten”, sagt Wahl-Wachendorf. Und das bringe letztlich niemandem etwas.

Mehr von Aachener Nachrichten