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Marburg: Tropische Augenkrankheiten stellen für Touristen keine Gefahr dar

Marburg : Tropische Augenkrankheiten stellen für Touristen keine Gefahr dar

Reisenden in exotischen Ländern wird häufig empfohlen, Wasser aus der Leitung zu meiden. Beim Duschen oder Waschen kann man den Kontakt mit möglicherweise verunreinigtem Wasser aber kaum vermeiden.

Wie groß ist dabei die Gefahr, dass gefährliche Keime ins Auge gelangen und schwere Infektionen verursachen? Der Augenarzt und Tropenmediziner Hans-Jürgen Trojan gibt Entwarnung: „Es existieren eigentlich nur zwei wirklich gefährliche tropische Augenkrankheiten, die sogenannte Flussblindheit und die ägyptische Körnerkrankheit”, sagt der Marburger Mediziner.

Die Flussblindheit kommt in tropischen Gebieten vor und wird durch Fadenwürmer verursacht. Die ägyptische Körnerkrankheit, auch Trachom genannt, ist eine bakterielle Entzündung des Auges, hervorgerufen durch den Erreger Chlamydia trachomatis.

„Gefahr ist gleich Null”

Beide Infektionskrankheiten können zwar zur Erblindung führen und betreffen weltweit viele Millionen Menschen. „Die Wahrscheinlichkeit, eine dieser beiden Krankheiten zu bekommen, ist für den europäischen Durchschnittstouristen aber nahezu gleich Null”, erklärt Trojan.

Die Quartiere der meisten Reisenden wiesen häufig deutlich bessere hygienische Standards auf als die der heimischen Bevölkerung, damit sinke auch das Infektionsrisiko. „Um ein Trachom zu bekommen, muss man sich außerdem lange in einem Risikogebiet aufhalten und sich wiederholt infizieren, bevor die Krankheit überhaupt zum Ausbruch kommt. Wenn man nur einmal mit den Chlamydien in Berührung kommt, passiert in der Regel nichts”, sagt der Experte.

Im Falle eines Falls könnten - sofern die Erkrankung noch nicht zu weit fortgeschritten ist - sowohl Trachom als auch Flussblindheit durch Medikamente vollständig geheilt werden.