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Köln: Suchtexpertin fordert Ende der „happy hour”

Köln : Suchtexpertin fordert Ende der „happy hour”

Weil Alkohol die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen erhöht, hat eine Expertin auf dem Deutschen Suchtkongress die Abschaffung der „happy hour” gefordert.

In der sogenannten fröhlichen Stunde verkaufen Bars ausgewählte alkoholische Getränke billiger. „Das dient nur dazu: Ganz schnell ganz viel trinken”, sagte die Psychologin Jeanette Piram am Mittwoch zu Beginn des viertägigen Kongresses in Köln.

„Schade für die Wirte, die das anbieten. Aber das ist ethisch nicht vertretbar.” Sie schlug vor, Jugendlichen ab 16 Jahren ein „Genusstrinken-Training” an Schulen und in Vereinen anzubieten. Dabei sollten sie einen bewussteren Umgang mit Alkohol erlernen.

Besonders gefährlich ist es laut Piram, wenn Jugendliche schon vor dem Ausgehen zu Hause mit dem Trinken beginnen. Sie bezeichnete dies als „vorglühen”.

„Vorglüher haben ein ganz anderes, deutlich problematischeres Konsummuster als Personen, die sich nüchtern auf den Weg in die Stadt machen.” Außerdem forderte sie, dass Alkohol in weniger Geschäften verkauft werden soll.

Auch im Alter nehmen Suchtprobleme oft zu, wie eine andere Referentin, Irmgard Vogt, berichtete. Viele Männer würden überhaupt erst im Alter zu Alkoholikern.

Gründe können das Ende der Berufskarriere, Veränderungen in der Familie oder gesundheitliche Probleme sein. Belastbare Zahlen konnte Vogt allerdings nicht nennen: „Leider gibt es in Deutschland kein Projekt, das sich mit dieser Gruppe beschäftigt.”