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Tübingen/Stuttgart: Studie: Kinder wollen keine dicken Spielkameraden

Tübingen/Stuttgart : Studie: Kinder wollen keine dicken Spielkameraden

Sehr dicke Kinder haben es schwer, Spielkameraden zu finden. Sie werden von anderen Kindern als eher unsympathisch angesehen, ergab eine Studie der Universität Tübingen. Dabei legte ein Team um den Sportpädagogen und Psychogerontologen Ansgar Thiel 454 Kindern im Alter von 10 bis 15 Jahren Fotos vor.

Abgebildet waren normalgewichtige Mädchen und Jungen, Kinder im Rollstuhl und fettleibige Kinder. Die Probanden sollten angeben, ob sie mit dem jeweiligen Kind gern spielen würden und ob sie es für klug und sympathisch halten.

Es zeigte sich, dass kaum eines der befragten Kinder mit einem der fettleibigen Jungen oder Mädchen spielen möchte. Die dicken Kinder wurden zudem für unsympathischer, weniger intelligent und faul gehalten, als die normalgewichtigen und behinderten Kinder, berichtet die in Stuttgart erscheinende Fachzeitschrift „Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie”. Besonders hart sei das Urteil über dicke Jungen ausgefallen: Sie galten als die Faulsten der Faulen und waren als Spielpartner tabu.

Die Versuchspersonen schlossen von der Gestalt eines Menschen auf dessen psychische Eigenschaften, erläutern die Forscher. Schlanksein gelte in westlichen Gesellschaften als Idealzustand. Wer dieser Norm nicht entspricht, müsse mit Ausgrenzung rechnen. Übergewicht werde als selbst verschuldet und damit verurteilungswürdig angesehen.