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Salzgitter: Studie: Hohe Radonbelastung kann Krebs der Atemwege auslösen

Salzgitter : Studie: Hohe Radonbelastung kann Krebs der Atemwege auslösen

Eine hohe Radonbelastung kann das Risiko von tödlichen Krebserkrankungen auch des Hals-Nasen-Rachenraums erhöhen.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der deutschen Uranbergarbeiterstudie des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), wie die Behörde am Montag in Salzgitter mitteilte. Bisher war lediglich für Lungenkrebs ein Zusammenhang mit der Radonbelastung wissenschaftlich erwiesen.

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran entsteht. Über die Atemluft können das Gas und seine radioaktiven Zerfallsprodukte in die Lunge und die oberen Atemwege gelangen und dort die Zellen schädigen.

Da der Erdboden und viele Baumaterialien von Natur aus geringe Mengen an Uran enthielten, sei Radon in geringen Mengen im Alltag allgegenwärtig, sagte ein BfS-Sprecher. Besonders hohen Radonkonzentrationen seien Bergarbeiter früher im Uranabbau unter Tage ausgesetzt gewesen. In Thüringen und Sachsen wurde von dem Unternehmen Wismut in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg in großem Ausmaß Uranerz vor allem für sowjetische Atomkraftwerke und -waffen gefördert.

Die deutsche Uranbergarbeiterstudie ist die weltweit größte Einzelstudie zum Thema Radon. Sie umfasst etwa 59.000 ehemalige männliche Beschäftigte der Wismut. 3016 von ihnen starben bis zum Jahr 2003 an Lungenkrebs, 3355 an anderen Tumoren, darunter waren 177 Krebsfälle der oberen Atemwege.

Sowohl für Lungenkrebs als auch für Tumore des Hals-Nasen-Rachenraums hätten die Wissenschaftler mit steigender Gesamtradonbelastung einen statistisch signifikanten Anstieg des Risikos ermittelt, teilte das BfS weiter mit. Der Risikoanstieg sei bei den Tumoren des Hals-Nasen-Rachenraums allerdings nur etwa ein Drittel so hoch wie bei Lungenkrebs.